Zweite Rekordzahl an Brandtoten in Vorarlberg

Vorarlberg / 30.06.2022 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
23. November 2021: In Mäder sterben eine Frau und ihr Kind durch Feuer. vol.at/meyer
23. November 2021: In Mäder sterben eine Frau und ihr Kind durch Feuer. vol.at/meyer

2021 starben sechs Menschen durch Brände, nur die Katastrophe von 2008 in Egg übertrifft diese Zahl.

Bregenz Nach drei Jahren ohne Todesopfer berichtet die Brandverhütungsstelle Vorarlberg über eine traurige Jahresbilanz 2021 mit insgesamt sechs Brandtoten. Abgesehen von der Brandkatastrophe im Jahr 2008 im Vinzenzheim in Egg, die für zwölf Menschen tödlich endete, war im Vorjahr eine zweite Rekordzahl an Brandtoten in Vorarlberg zu verzeichnen.

Dazu Ralph Pezzey, Leiter der Vorarlberger Brandverhütungsstelle: „Brände mit Todesopfern sind nicht nur für die Hinterbliebenen schwer zu verarbeitende Ereignisse, sondern prägen sich auch bei den Einsatzkräften immer besonders ein. Dies dürfte vor allem auch bei einem Brandereignis in Mäder der Fall gewesen sein, bei dem ein einjähriges Kind und seine Mutter ums Leben gekommen sind. Aber auch den insgesamt 52 Verletzten, die teils im letzten Moment von den Feuerwehrleuten gerettet werden konnten und wegen Rauchgasvergiftungen oder Verbrennungen behandelt werden mussten, wird das Brandereignis lange in Erinnerung bleiben.“ Je ein Todesopfer war im Vorjahr auch bei Bränden in Hörbranz, Gaißau, Dornbirn und Bregenz zu beklagen. In Vorarlberg waren bei Gebäudebränden in den vergangenen letzten zehn Jahren durchschnittlich 1,5 Todesopfer zu beklagen.

Damit derartige Gefahren auf ein Minimum reduziert werden können, ist es für Pezzey ein Gebot der Stunde, dass die Vorarlberger Bevölkerung zum Eigenschutz und zum Schutz ihrer Angehörigen in Wohngebäuden, Ferienwohnungen etc. Rauchwarnmelder montieren. Diese günstigen Geräte erkennen den Brandrauch bereits in der Entstehungsphase und alarmieren die Bewohner normalerweise rechtzeitig. Dies kann vor allem in der Nacht eine lebensrettende Hilfe darstellen.

Millionenhohe Schadenssumme

Die Brandschadenssumme beträgt im Berichtsjahr 23,2 Millionen Euro und liegt etwa im zehnjährigen Durchschnitt. Das größte Ereignis mit einer Schadenssumme von ca. 9,5 Millionen Euro war beim Brand des Heizwerkes im Februar in Lech zu verzeichnen. Insgesamt mussten die Feuerwehren 1487 Mal brandbedingt ausrücken, wovon es sich um 303 Gebäudebrände, 34 Rauchfangbrände, 141 sonstige Brände wie u. a. Wald-, Wiesen, Müll- und Kfz-Brände sowie 1009 sonstige Brandeinsätze gehandelt hat. VN-GS

23. Februar 2021: Das Heizwerk in Lech steht in Flammen.vn
23. Februar 2021: Das Heizwerk in Lech steht in Flammen.vn
2. Juni 2021: Beim Brand eines Mehrparteienhauses in der Bachgasse in Bregenz starb ein 54-jähriger Mann. vn/schutti
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