Für Unterflurtrasse ist Zug noch nicht endgültig abgefahren

Vorarlberg / 05.07.2022 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jetzt liegt das Zwischenergebnis einer Variantenstudie zum Gleisausbau Unteres Rheintal offiziell vor. Die Autoren sehen eine Unterflurtrasse äußerst kritisch<span class="copyright">. </span>. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Jetzt liegt das Zwischenergebnis einer Variantenstudie zum Gleisausbau Unteres Rheintal offiziell vor. Die Autoren sehen eine Unterflurtrasse äußerst kritisch. . VN/Paulitsch

Zwischenergebnis einer Variantenstudie sieht aber in oberirdischem Ausbau viele Vorteile.

Bregenz An neuen Gleisen im unteren Rheintal führt kein Weg vorbei. Bei der Frage, ob sie in Niveaulage an der bestehenden Trasse oder unter der Erdoberfläche verlegt werden sollen, scheiden sich jedoch die Geister. Als letzte Woche durch die Veröffentlichung von Präsentationsfolien in den VN ruchbar wurde, dass die Studienautoren einen oberirdischen Ausbau favorisieren, gingen die Wogen hoch. Die Bürgermeister der Anrainergemeinden kündigten Widerstand an. Gestern wurden ihnen und den Verkehrssprechern der Landtagsparteien die Zwischenergebnisse der Variantenstudie offiziell präsentiert. Das Ergebnis ist deutlich: Die Variante in Niveaulage solle vertieft untersucht werden. Argumentiert wird das von den Studienautoren mit den geringsten Auswirkungen auf Anrainer, Natur und Grundwasser während der Bauphase. Auch der Flächenverbrauch wäre am niedrigsten. Zudem könnten mehrjährige Streckensperren verhindert werden.

Für Unterflurtrasse ist Zug noch nicht endgültig abgefahren

Bei einem oberirdischen zweigleisigen Ausbau zwischen Bregenz und Bahnhof Lochau, einem dritten Gleis Richtung Lauterach-Wolfurt und einem zweiten Gleis Lustenau-Hard-Fußach wäre eine einstellige Zahl an Objekabtragungen erforderlich. Wohnbauten wären voraussichtlich nicht betroffen. „Der Errichtung der Unterflurtrassevariante würde hingegen voraussichtlich eine dreistellige Anzahl von Bauwerken zum Opfer fallen“, heißt es seitens der Studienautoren.
Besonders kritisch wird die Bauphase beurteilt. Statt drei Jahren (oberirdisch) würde sie in Unterflurlage für die Strecke Lochau-Wolfurt acht Jahre dauern. Landesstraße 190 und Pipeline müssten über Monate gesperrt werden. „Die Bahnverbindung nach Lindau sogar für mehrere Jahre“, heißt es weiter.

„Keine Vorentscheidung gefallen“

Vom Tisch ist die Unterflurtrasse dennoch nicht. „Es ist keine Vorentscheidung gefallen. Wir suchen nach der besten Lösung für Vorarlberg“, beschreibt Landesrat Daniel Zadra die Gespräche als konstruktiv. Vereinbart sei, dass nun noch eine weitere Variante genauer angeschaut werde. Dabei handle es sich um eine Unterflurtrasse, die in bergmännischer Bauweise deutlich tiefer im Erdreich verlaufen würde.

Eine im Juli 2021 präsentierte Machbarkeitsstudie Rhomberg-Zierl-BDO ist zu grundlegend anderen Ergebnissen gekommen. Sie sieht eine Unterflurlösung als sowohl machbar wie auch finanzierbar.
Eine im Juli 2021 präsentierte Machbarkeitsstudie Rhomberg-Zierl-BDO ist zu grundlegend anderen Ergebnissen gekommen. Sie sieht eine Unterflurlösung als sowohl machbar wie auch finanzierbar.

Dass eine Unterflurlösung nicht vom Tisch ist, ortet der Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg als positives Signal. Die Studienautoren hätten für ein drittes Gleis zwischen Bregenz und Wolfurt einen deutlich größeren Flächenbedarf vorgesehen als bisher angenommen. „Es müssen jetzt die neuen Zahlen und Fakten reflektiert werden“, so Rhomberg. Vieles stünde im Widerspruch zur Machbarkeitsstudie von Rhomberg-Zierl-BDO, die im Auftrag der Stadt Bregenz entstand. Die Tendenz der Bahn ist klar. Sie sieht kaum eine Alternative zum oberirdischen Ausbau. Endgültig abgefahren ist der Zug für eine Unterflurtrasse aber noch nicht.