Franz Jäger: von „Gletscher und Glaube“

Vorarlberg / 17.07.2022 • 17:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Vortrag über
Naturgewalten und Katastrophen.

schruns Dr. Franz Jäger hat im Rahmen seiner Forschungsarbeit „Gletscher und Glaube – Katastrophenbewältigung in den Ötztaler Alpen einst und heute“ die Auseinandersetzung mit der „wilden Natur“ untersucht. Kommenden Donnerstag, 21. Juli, um 18 Uhr teilt er seine Erkenntnisse im Kunstforum Montafon mit. Den Naturkatastrophen und ihren Auswirkungen ausgesetzt, entwickelten die Menschen kulturelle Strategien, mit denen sie auf die Folgen von Klimazyklen reagierten. Während zwischen 1650 und 1850 die „Kleine Eiszeit“ für Gletschervorstöße, Muren, Überschwemmungen und Lawinen sorgte, ist es seit 1850 die Klimaerwärmung, die das Leben im hochalpinen Raum beeinflusst. Franz Jäger unterzieht die epochenübergreifenden kulturellen Prozesse einer breiten interdisziplinären Analyse und zieht auch Vergleiche zum Wallis in der Schweiz, dessen Bewohner mit ähnlichen Naturgefahren zu rechnen hatten. Im Umgang mit Naturkatastrophen in den Alpen kommt insbesondere volksfrommen Praktiken ein herausragender Stellenwert zu, der sich in Ansätzen bis in die heutige Zeit erhalten hat. Franz Jäger begab sich zum Studium solcher Mittel kultureller Katastrophenbewältigung auf eine intensive Feldforschung und eröffnet auch einen Blick auf die gegenwärtige Lage dieser Region im Schatten der Gletscher.

Ausstellung

Sommerausstellung „Vom Schmelzen und Schwinden“
bis 12. August, geöffnet Dienstag bis Freitag und Sonntag von 16 bis 18 Uhr. Axel Brauns Installation ist im Heimatmuseum Schruns (Dienstag bis Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr) bei freiem Eintritt zu besichtigen.