Die teuerste Variante ist die günstigste

Vorarlberg / 18.07.2022 • 16:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Hochbehälter Gamplaschg muss für 300.000 Euro erneuert werden.MAB
Der Hochbehälter Gamplaschg muss für 300.000 Euro erneuert werden.MAB

Schruns muss halbe Million Euro für neuen Hochbehälter zahlen.

Schruns Wie berichtet muss die Gemeinde Schruns ihren Hochbehälter Gamplaschg erneuern. Zum einen enthält die Quelle zu viel Uran, zum anderen ist der Hochbehälter auch nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Dass der Hochbehälter neu gebaut und in diesem Zuge auf einen Nutzinhalt von 150 Kubikmetern erweitert werden muss, steht außer Frage. Auch, dass dafür Kosten in Höhe von 300.000 Euro anfallen werden, ist unumgänglich. Anders sieht es bei den Lösungsvarianten aus, um das Uranproblem in den Griff zu bekommen. Hier hat die Firma Adler + Partner drei Varianten analysiert und miteinander verglichen, mit dem Ergebnis, dass am Ende die teuerste Variante die günstigste sein wird.

Eine Möglichkeit wäre die Installation einer Uranentfernungsanlage zur Aufbereitung des belasteten Quellwassers, was aber ein kostspieliges Unterfangen wäre mit hohen laufenden Betriebskosten in Höhe von 15.000 Euro jährlich. Die andere Variante wäre eine Pumplösung, bei der der Hochbehälter Gamprätz mittels zweier Pumpstationen, die in den Hochbehältern Ried und Hof eingebaut werden müssten, beschickt wird. Auch ein Leitungsstrang müsste hier erneuert werden. Doch auch diese Variante ist nicht optimal, fallen immerhin jährlich 4000 Euro Betriebskosten an. Beide Varianten sind zudem vom Strom abhängig und versagen daher bei einem Stromausfall.

Nun kommt die dritte Variante ins Spiel, die Überleitung von Trinkwasser aus dem Quellgebiet Lifinar. Die einzig technische und wirtschaftlich vertretbare Trasse für eine Leitungsverlegung würde entlang des Güterweges zur Quelle Lifinar führen. Insgesamt müssten 2380 Meter Strecke an Leitungen verlegt werden zu einem Gesamtpreis von 481.650 Euro. Der Vorteil hierbei: Es fallen keine laufenden Betriebskosten an.

Auf lange Sicht günstiger

Da alle Varianten vom Bund und Land förderfähig sind, kommt die Firma Adler + Partner zu dem Endergebnis, dass die Uranentfernungsanlage 390.500 Euro, die Pumplösung 365.750 Euro und die Überleitung 591.000 Euro kosten würden, die die Gemeinde selbst zahlen müsste. Hochgerechnet auf einer üblichen Nutzungsdauer von 50 Jahren und einer Teuerungsrate von drei Prozent ergeben sich ganz andere Zahlen. Denn aufgrund der fehlenden Betriebskosten für die Überleitung ist diese auf einmal mit 591.000 Euro die günstigste Variante, während die Uranentfernungsanlage schon bei über zwei Millionen Euro liegen würde und auch die Pumplösung mit 828.000 zu Buche schlägt.

Ungeachtet dessen weisen die letzten beiden Varianten sowieso nur bestenfalls die Hälfte der Lebensdauer auf, wohingegen die Überleitung sogar ohne Fremdenergie betrieben werden kann, was letzten Endes zu einer höheren Betriebssicherheit führt. Da die Lifiniarquelle das Kleinkraftwerk beschickt und nun ein Teil der Wassermenge zum Hochbehälter Gamplaschg umgeleitet wird, kommt es hier zu einem geringfügigen Leistungsverlust von minus 8300 Kilowattstunden jährlich, was aber bei den geringen Einspeispreisen nicht ins Gewicht fällt. Daher einigten sich die Gemeindevertreter von Schruns nach einer Diskussion auch einstimmig für die Variante mit der Überleitung. VN-JUN