Ein Herz für die Pflege

Vorarlberg / 21.07.2022 • 20:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Michelle (links im Bild) und Sophia leisten im Antoniushaus in Feldkirch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.
Michelle (links im Bild) und Sophia leisten im Antoniushaus in Feldkirch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.

Pflegelehre soll ab Herbst 2023 als Pilotprojekt in mehreren Bundesländern starten.

Frastanz, Feldkirch „Mir ist die Gesundheit der Menschen wichtig. Und wenn ich jemanden zum Lächeln bringen kann, dann geht mir das Herz auf“, sagt die 16-jährige Sophia Wachter. Weil die Bürserin gerne im Pflegebereich arbeiten möchte, hat sie sich für die Ausbildungskombination Betriebsdienstleisterin und Pflegeassistenz entschieden.

Die Lehre zur Betriebsdienstleisterin absolviert sie im Antoniushaus in Feldkirch, wo seit neun Jahren Lehrlinge ausgebildet werden. Bei der Ausbildung hat sie es sowohl mit kaufmännisch-administrativen als auch organisatorischen Aufgaben zu tun. „Ich möchte einen Beruf mit Zukunft erlernen. Mir gefällt, dass ich in verschiedenen Bereichen tätig sein kann. Reinigung, Wäsche, Küche, Pflege“, erzählt sie. Auch ihre Kollegin Michelle Schöch (17) hat den ersten Schritt ihrer Ausbildung getan. Gerne hätte sie eine Pflegelehre gestartet. Nun hat sie den Vorbereitungskurs für die Schule für Sozialbetreuungsberufe abgeschlossen. Im September beginnt sie die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin. „Senioren im letzten Lebensabschnitt zu begleiten und ihnen Wünsche zu erfüllen, ist eine wichtige und schöne Aufgabe“, ist sich die Göfnerin sicher. Worum es dabei geht, habe sie schon bei ihrer Oma miterlebt.

Während Sophia Wachter und Michelle Schöch am Donnerstag im Antoniushaus fleißig ihren Aufgaben nachgingen, soll sich nun bald auch auf arbeitspolitischer Ebene einiges tun. Wegen des Mangels an Pflegekräften und des demografischen Wandels befasst sich eine Arbeitsgruppe in Vorarlberg schon seit mittlerweile zehn Jahren mit den Vorbereitungen für eine Pflegelehre. Koordiniert wird das Übergangsmodell „Betriebsdienstleister/Pflegeassistenz“ von der Aqua Mühle. Im Herbst 2023 soll nun in mehreren Bundesländern in Österreich ein Pilotprojekt für die Pflegelehre starten, wie Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) am Donnerstag sagte.

Finanzielle Anreize

„Es ist nötig, noch heuer die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen“, betonte Landesrätin Martina Rüscher. Mit den Bewerbungen müsse man ja Anfang des Jahres starten. Derzeit werde noch am Ausbildungsplan gefeilt. Im Herbst soll dieser stehen. Für Tätigkeiten am Patienten soll laut Kocher das Mindestalter von 17 Jahren eingehalten werden. In finanzieller Hinsicht sollen Anreize gesetzt werden. Vorbild soll auch die Schweizer Lehre zur Pflegefachkraft sein.

„Es ist nötig, die rechtlichen Rahmenbedingungen heuer anzupassen.“

Ein Herz für die Pflege

Zahlen zum Pilotprojekt

107 junge Menschen haben seit Projektbeginn 2011 die Lehrausbildung Betriebsdienstleistung begonnen, davon sind 83 Prozent Frauen

 

63 von ihnen haben die Lehre bisher erfolgreich abgeschlossen.

43 arbeiten nach dem Lehrabschluss im Sozial- oder Pflegebereich.

22 Lehrlinge sind derzeit in Vorarlberg in der Ausbildung Betriebsdienstleistung in insgesamt 13 verschiedenen Ausbildungsbetrieben.