Algen sorgen für ­Karibikflair am See

Vorarlberg / 22.07.2022 • 18:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf die Plätze, fertig, los! Die Algenblüte färbt den See derzeit grün. VN/Serra
Auf die Plätze, fertig, los! Die Algenblüte färbt den See derzeit grün. VN/Serra

Das Wasser schimmert derzeit an vielen Stellen grün.

Bregenz „Wenn ich den See seh‘, brauch ich kein Meer mehr“, sagten eingefleischte Bodenseefans gerne. So mancher mag sich derzeit sogar in der Karibik wähnen. Denn das „Schwäbische Meer“ erscheint derzeit an vielen Stellen karibisch-grün. Ursache dafür sind laut dem Institut für Seenforschung (ISF) in Langenargen einzellige Planktonalgen, meist Kieselalgen. Algenblüten, die den See verfärben, gibt es regelmäßig im Sommer. In verregneten Sommern fällt sie aus, denn die Algen brauchen warme Wassertemperaturen.

Die Planktonalgen entziehen dem Wasser Kohlenstoffdioxid, wodurch sich im Wasser winzige Kalkkristalle bilden. Diese streuen das Licht zurück und lassen zusammen mit dem leichten Grün dieser mikroskopisch kleinen Algen und der blauen Reflexion des Himmels den See türkisfarben erscheinen.

Das warme Wetter sorgt dafür, dass in den Flachwasserbereichen auch Unterwasserpflanzen stärker wachsen. Wie ein Gürtel siedeln sie sich um den ganzen See in der geeigneten Tiefe an und wachsen mit langen Stängeln und Blättern Richtung Oberfläche. Die Pflanzen werden von vielen Menschen als Seegras bezeichnet, die Fachleute nennen sie Makrophyten. Sie dienen laut den Forschern als Kinderstube für viele Fische, sorgen für klares Wasser, produzieren Sauerstoff und bilden auch einen gewissen Erosionsschutz für das Ufer und das Flachwasser. Wo es nährstoffreiches, warmes Wasser gibt, bilden sich derzeit vereinzelt auch schwimmende grüne Algenteppiche. Diese für Menschen harmlosen Algen bestehen aus mehrzelligen Fäden, die eine Netzstruktur bilden.