Den Nachbarn mit einer Machete attackiert

Vorarlberg / 26.07.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Beschuldigte hatte zum Tatzeitpunkt 2,2 Promille Alkohol intus.Eckert
Der Beschuldigte hatte zum Tatzeitpunkt 2,2 Promille Alkohol intus.Eckert

38-Jähriger zu 30-monatiger Haftstrafe verurteilt.

Feldkirch Am Landesgericht Feldkirch wurde ein 38-jähriger Arbeitsloser zu einer Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt. Der Mann hatte im April in Bregenz lautstark in seiner Stadtwohnung gefeiert. Der Nachbar über ihm hörte die laute Musik bereits am Nachmittag und klopfte. Als gegen 22 Uhr die Musik noch immer nicht leiser wurde, ging der 46-Jährige nach unten und klingelte an der Türe. Der Mann, der bereits mehr als sechs Flaschen Wein getrunken hatte, öffnete, verpasste dem Gegenüber einen Faustschlag und anschließend einen Schlag mit einer Machete.

Das Opfer, das den gewalttätigen Nachbarn so gut wie gar nicht kennt, trug einen doppelten Jochbeinbruch davon. Dazu wurden zwei Nervenstränge durchtrennt. Eine rund acht Zentimeter lange Narbe wird im Gesicht zurückbleiben. Der Angestellte muss nochmals operiert werden, einen Monat war er im Krankenstand, einen weiteren Monat hatte er Schmerzen. Er schläft er nicht gut, Schrauben stören das Wohlbefinden grob. Opfervertreterin Olivia Lerch macht 10.000 Euro Teilschmerzengeld geltend. Außerdem soll der Täter für alle künftigen Schäden aufkommen. Er stimmt zu.

2,2 Promille

Warum es zu dem brutalen Angriff gekommen war, kann der bislang Unbescholtene selbst nicht erklären. Er habe ein massives Problem mit Alkohol und werde auch schnell gewalttätig, sagt er. Er selbst kann sich kaum erinnern, weiß, dass das Riesenmesser, das er sonst nur in der Natur benötige, um sich einen Weg zu bahnen, direkt neben der Tür stand.

Dass er damit zugeschlagen hat, weiß er nicht mehr. Immerhin hatte er 2,2 Promille Alkohol intus. Er habe einen Rückfall bezüglich seiner Trinkerei gehabt, das habe ihm schwer zu schaffen gemacht, erinnert er sich. Das Opfer verzeiht ihm, wünscht dem Täter alles Gute und dass dieser sein Leben in den Griff bekommen möge.

Richter Richard Gschwenter betont, dass Täter und Opfer großes Glück gehabt hätten. Hat der Mann doch mit der Klinge zugeschlagen. Der Strafrahmen beträgt zwei bis zehn Jahre Gefängnis. Die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit, die Unbescholtenheit und das Geständnis sind mildernd. 30 Monate Haft werden ausgemessen. Verhält sich der Mann im Gefängnis ordentlich, hat er gute Chancen, nach der Hälfte der Zeit entlassen zu werden. Das Urteil akzeptiert er. EC

Die Tatwaffe habe der Angeklagte ansonsten nur in der Natur benötigt, behauptete er. Eckert
Die Tatwaffe habe der Angeklagte ansonsten nur in der Natur benötigt, behauptete er. Eckert