Nach tödlichem Unfall in Doren: So lautet das neue Urteil

Vorarlberg / 26.07.2022 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach tödlichem Unfall in Doren: So lautet das neue Urteil
Das Strafausmaß für den Angeklagten wurde in einem zweiten Rechtsgang neu bemessen. vn/gs

Verhandlung am Landesgericht nach tragischem Unglück mit Stahlträger wurde wieder aufgerollt.

Feldkirch Im August 2020 ereignete sich in Doren ein tödlicher Arbeitsunfall mit einem U-förmigen Stahlträger. Bei Verladearbeiten mithilfe eines Krans kippte das Ladegut und verletzte einen 13-jährigen Buben am Kopf.

Dieser erlag daraufhin seinen Verletzungen. Der Bub war vom 55-jährigen Angeklagten in die Arbeiten mit eingebunden und angewiesen worden, den Stahlträger eine gewisse Zeit lang zu stabilisieren. Laut Angaben konnte der beschuldigte Bregenzerwälder das Alter des Minderjährigen nicht einschätzen. 

Die Verhandlung und das Urteil waren in einem ersten Rechtsgang bereits abgeschlossen worden. Doch nun hat das Gericht den Fall neu aufgerollt, um weitere offene und noch unbeantwortete Fragen zum Tathergang zu klären. Der Angeklagte ist wie auch schon bei der ersten Verhandlung geständig und bekennt sich schuldig. Der Begenzerwälder entschuldigte sich mehrmals, es würde ihm leidtun und er könne den Unfall leider nicht mehr rückgängig machen, erläuterte er Richterin Silke Sandholzer. 

Grob fahrlässige Tötung 

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte statt der grob fahrlässigen Tötung auf eine einfache Fahrlässigkeit, die jedoch von der Richterin nach kurzer Bedenkzeit abgelehnt worden ist. Sie begründete ihre Entscheidung mit der Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht, die der angeklagte Lagerist begangen hat. Außerdem wurden die Lasthaken beim Arbeitsvorgang falsch angeschlagen und der Beschuldigte hat sich nicht vergewissert, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenbereich befinden. Zudem befand sich an diesem Tag kein Einweiser vor Ort, der den 55-Jährigen bei den Arbeiten mit dem Stahlträger hätte unterstützen können. 

Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen und zu 300 Tagessätzen zu je 16 Euro unbedingter Geldstrafe (insgesamt 4800 Euro) verurteilt. Außerdem ist eine bedingte Haftstrafe von zwei Monaten auf Bewährung verhängt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Verurteilte und sein Verteidiger nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. PIV