Mautschilder auf dem Prüfstand

Vorarlberg / 28.07.2022 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das untere weiße Schild weist, wie hier in Lochau, auf die Vignettenbefreiung hin.  VN/Paulitsch
Das untere weiße Schild weist, wie hier in Lochau, auf die Vignettenbefreiung hin.  VN/Paulitsch

Bessere Beschilderung der Vignettenbefreiung: Asfinag prüft Vorschlag des Landes.

Bregenz, Lochau Das Thema Verkehr ist für Bertram Grass ein leidiges Thema. Da er in Lochau wohnt und auf Höhe des Bregenzer Hafens eine Anwaltskanzlei betreibt, ist der 76-Jährige mehrmals täglich zwischen den beiden Orten auf der L 190 unterwegs und muss dabei immer wieder feststellen: „Die Vignettenbefreiung funktioniert nicht.“ Insbesondere an schönen Tagen oder an den Wochenenden sei die Stausituation so, als ob es diese Maßnahme nie gegeben hätte, findet er. Dabei ließe sich das Problem laut Grass ganz einfach lösen: Mit einer deutlicheren Beschilderung zur Vignettenbefreiung.

Prüfung

Der Anwalt ist mit seiner Idee schon mehrfach bei der Stadt Bregenz und beim Land Vorarlberg vorstellig geworden. Mitte März hat Straßenbau- und Verkehrslandesrat Marco Tittler (45) schließlich zugesichert, sich des Problems annehmen zu wollen. „Es ist unser Ziel, durch die Mautbefreiung die besonders stark vom Transitverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland belasteten Siedlungsbereiche zu entlasten. Dazu gehört natürlich auch eine entsprechend gut sichtbare Beschilderung. Die Anregungen zur deutlicheren Beschilderung der Mautbefreiung zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und Hohenems werden an die Asfinag weitergeleitet, die für die Beschilderung auf Autobahnen und Anschlussstellen zuständig ist. Was die Verbesserung der Beschilderung auf Landesstraßen betrifft, wird die Abteilung Straßenbau eine entsprechende Prüfung vornehmen“, teilte der damals auf VN-Anfrage mit.

Vorschlag übermittelt

Die Prüfung hat mittlweile stattgefunden. Von der Abteilung Straßenbau sei ein konkreter Vorschlag zur Beschilderung ausgearbeitet und an die Asfinag übermittelt worden, heißt es aus dem Büro von Landesrat Tittler. Der Vorschlag für eine Optimierung der Beschilderung im Bereich der Anschlussstellen bzw. Landesstraßen zu der Ausnahme der Vignettenpflicht an der A 14 sei in der vergangenen Woche bei der Asfinag eingetroffen, bestätigt Pressesprecher Alexander Holz­edl. „Wir prüfen derzeit diesen Vorschlag. Geplant ist nach Abschluss dieser Evaluierung, in einer nächsten Abstimmungsrunde die weiteren Schritte gemeinsam mit dem Land zu vereinbaren“, sagt er.

Bertam Grass hat beobachtet, dass rund 80 Prozent der Autofahrer, die sich derzeit durch Bregenz stauen, aus Deutschland oder der Schweiz kommen. Zwei Drittel davon würden durch den Pfändertunnel fahren, wenn sie nur wüssten, dass sie bis Hohenems keine Maut zahlen, ist er überzeugt. Eine klare Beschilderung macht auch für Bürgermeister Michael Ritsch Sinn, wie er im März gegenüber den VN betonte. „Wenn man schon den Luxus eines vierspurigen Tunnels hat, durch den man vignettenfrei an Bregenz vorbeikommt, dann sollte man das auch so ausschildern, dass es für die Touristen klar ist.“ VN-ger

„2/3 würden durch den Tunnel fahren, wenn sie wüssten, dass sie keine Maut zahlen.“

Mautschilder auf dem Prüfstand