Banker mit “Wegstechen” gedroht

Vorarlberg / 07.08.2022 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde am Landesgericht Feldkirch zu einer zweijährigen unbedingten Haftstrafe verurteilt. VN/Paulitsch
Der Angeklagte wurde am Landesgericht Feldkirch zu einer zweijährigen unbedingten Haftstrafe verurteilt. VN/Paulitsch

Vorarlberger wegen Nötigung, Diebstahls und Betrugs zu zwei Jahren Haftstrafe verurteilt.

Feldkirch Der 31-jährige Arbeitslose brauchte dringend Geld. Da dessen Beschaffung mangels Beschäftigung nicht ohne weiteres möglich war, entschloss er sich zu einem gewagten Schritt: Er rief bei einer Bankfiliale an und gab an, sein Sparbuch bei einem Wohnungsbrand verloren zu haben. Nichtsdestotrotz verfüge er auf seinem Konto noch über 200 Euro. Da dieser Betrag jedoch nicht an ihn ausbezahlt wurde, rief er beim Servicecenter des Geldinstituts an und drohte kurzerhand: „Wenn Ihr mir das Geld nicht gebt, hole ich ein Messer und steche bei euch jemanden weg!“

Dönermesser erbeutet

Wenige Wochen später verlegte der 31-Jährige sein „Tageswerk“ auf Einbruchsdiebstahl. Er drang unter anderem in ein Bistro im Vorarlberger Vorderland ein und stahl dort allerlei Dinge. Von Kellner-Geldtaschen über ein Dönerspieß-Messerset inklusive zwei Wetzsteinen bis hin zu einer Fleischschneidemaschine.

Schließlich versuchte es der Vorarlberger noch mit Erpressung. Opfer war ein Mann, dem er via WhatsApp mitteilte, dass er ihm 400 Euro schulden würde. Ein Betrag, den er „bei einem Unbekannten“ für ihn vorgestreckt habe. Würde er das Geld nicht bezahlen, dann wäre der angebliche Schuldner „vogelfrei“.

Nötigung statt Erpressung

Irgendwann klickten schließlich die Handschellen. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt, musste sich der 31-Jährige wegen versuchter schwerer Nötigung, Einbruchsdiebstahls, Betrugs und Erpressung als Angeklagter beim Prozess am Landesgericht Feldkirch verantworten. Er war zum größten Teil geständig. Mit Ausnahme der Erpressung. Diese wurde im Urteil auch in eine Nötigung umgewandelt. Das Urteil über den bereits mehrfach vorbestraften Vorarlberger lautete zwei Jahre unbedingte Haftstrafe.

Sein Verteidiger Stefan Denifl und die Staatsanwaltschaft akzeptierten das Urteil, es ist somit rechtskräftig. Rechtsanwalt Denifl: „Ich habe einen Antrag auf Therapie gestellt, da mein Mandant drogenabhängig war. Über die Möglichkeiten einer Therapie wird ein Gutachten eingeholt werden.“ VN-GS