Der Kampf mit dem Fels für den Pfad ins Ebnit

Vorarlberg / 09.08.2022 • 17:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bauarbeiten an der Rappenlochbrücke laufen auf Hochtouren. 
Die Bauarbeiten an der Rappenlochbrücke laufen auf Hochtouren. 

Rappenlochbrücke soll bis Mai nächsten Jahres fertig sein.

Dornbirn Majestätisch erhebt sich der „Rohbau“ des Bauwerks inmitten der imposanten Felsenlandschaft. Die neue Rappenlochbrücke ist im Werden. Eine große Herausforderung für alle, die daran beteiligt sind. „Derzeit sind wir an den Einrüstungs-und Schalungsarbeiten dran“, erklärt der Projektverantwortliche der Stadt Dornbirn, Gernot Spiegel (53). Detailliert beschreibt Spiegel die komplexe Stützkonstruktion samt deren Spannungsfunktion, das Prunkstück eines Vorarlberger Unternehmens.

Asphalt, ein begehrtes Gut

Den Einrüstungs- und Schalungsarbeiten wird nach deren Beendigung das Betonieren folgen. Irgendwann soll dann auf dem 65 Meter langen und 2000 Tonnen schweren Bauwerk auch die Fahrbahn asphaltiert werden. Doch alles zusammen dauert. „Im besten Fall wird die Brücke im Mai kommenden Jahres für den Verkehr freigegeben“, informiert Spiegel.

Die Unsicherheit bezüglich Fertigstellung beruht auf nachvollziehbaren Gründen. „Es ist bei uns wie fast überall anders auch. Wir wissen nicht, ob wir auch immer die notwendigen Baustoffe zur Verfügung haben werden“, weiß der Projektleiter. Eine Mangelware sei vor allem der Asphalt. „Da kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob für alle Projekte zum vorgesehenen Zeitpunkt etwas vorhanden ist.“

Am Einsatz der ausführenden Baufirmen fehle es jedenfalls nicht. „Die Arbeiter sind lieber hier im Einsatz, als bei einer siedend heißen Baustelle auf der Autobahn“, erzählt Spiegel. Freilich müssen diese bei bestimmten Arbeiten schwindelfrei sein. „Ich konnte gar nicht zuschauen, wenn einige der Arbeiter in luftiger Höhe zu Werke gingen“, gesteht der Dornbirner Stadtbedienstete.

Tief verankert im Fels

Das große Ganze hat Spiegel jedoch immer im Blick. Und zwar auch dann, wenn er gar nicht vor Ort ist. „Wir sind digital mit dem Fels verbunden, können jede Spannung, jede Bewegung vom Büro aus registrieren“, streicht der gelernte Baumeister hervor. Bemerkenswert: Temperaturunterschiede sorgen tatsächlich für Bewegungen im Fels. Die Sicherheit der im Fels tief verankerten Brücke hat oberste Priorität.

Sicher war es zuvor an diesem wildromantischen Ort nicht wirklich. 2011 kam es zum großen Felssturz mit der Zerstörung der alten Brücke. Von 2011 bis 2019 führte eine provisorische Militärbrücke über die Schlucht, ehe es zu einem neuerlichen Felssturz kam. Der Weg ins Ebnit ist motorisiert seitdem nur über einen Umweg rund um den Staufenweg möglich. Eine Strecke mit vielen Engstellen, die immer wieder für brenzlige Situationen bei unsicheren Autofahrern sorgt.

Nicht Halt macht die Teuerung vor den Kosten der neuen Rappenlochbrücke. Die ursprünglich veranschlagten 4,7 Millionen Euro halten nicht mehr. Zu Buche stehen aktuell 5,5 Millionen Euro.

Gernot Spiegel mit Fingerzeig auf die komplexe Stützkonstruktion. 
Gernot Spiegel mit Fingerzeig auf die komplexe Stützkonstruktion. 
Von A nach B sieht bei der Rappenlochbrücke so aus. Derzeit laufen die Einrüstungs- und Schalungsarbeiten.
Von A nach B sieht bei der Rappenlochbrücke so aus. Derzeit laufen die Einrüstungs- und Schalungsarbeiten.
Die VN-Drohne ermöglicht eine ganz spezielle Perspektive auf das imposante Bauwerk.  VN/Rhomberg
Die VN-Drohne ermöglicht eine ganz spezielle Perspektive auf das imposante Bauwerk.  VN/Rhomberg