Van der Bellen tadelt Rosenkranz

Vorarlberg / 11.08.2022 • 19:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Van der Bellen (r.) traf am Mittwoch Frank-Walter Steinmeier. APA
Van der Bellen (r.) traf am Mittwoch Frank-Walter Steinmeier. APA

FPÖ-Kandidat will nach Wahl vielleicht Regierung entlassen.

Wien Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den freiheitlichen Kandidaten für die Hofburg, Walter Rosenkranz, getadelt. Der FPÖ-Politiker hatte zuletzt die Wahrscheinlichkeit, dass er nach einer gewonnen Wahl die Regierung entlässt, mit 50 Prozent oder höher angegeben. Das rieche ein wenig nach Putsch und Willkür, sagte Van der Bellen zur „Kleinen Zeitung“. Rosenkranz konterte am Donnerstag.

Wahlen seien das „Kernstück einer Demokratie“, betonte der Freiheitliche. Sollte er den Eindruck haben, dass das Vertrauen der Menschen in die Politik verloren gehe, „dann ist es für mich auch ein ganz klarer Auftrag an den Bundespräsidenten, dem Souverän in letzter Konsequenz die Möglichkeit zu geben, an der Wahlurne für Veränderung zu sorgen“. Van der Bellen kann dem nichts abgewinnen: „Mit so etwas spielt man nicht. Mit Österreich spielt man nicht.“ 

Unterdessen traf Van der Bellen in der Steiermark mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier zusammen. Bei der Unterredung am Fuß des Dachsteins standen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Teuerung und die Energiekrise sowie weitere geopolitische Szenarien auf der Agenda.