Gericht: Sechs Tonnen Kupfer gestohlen

Vorarlberg / 13.08.2022 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte, Mitglied einer kriminellen Vereinigung, wollte nichts von einem Diebstahl wissen. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte, Mitglied einer kriminellen Vereinigung, wollte nichts von einem Diebstahl wissen. Eckert

Wie und wo eine rumänische Bande wertvolles Metall verschwinden ließ. Und wie das Urteil lautete.

Feldkirch Im April dieses Jahres wurde im Kanton Zürich auf einem Firmengelände Kupfer im Wert von 48.000 Euro gestohlen. Die sechs Tonnen Altmetall waren bei einem Unternehmen, das verschiedene Überdachungen fertigt, gelagert.

Das Material wurde samt Firmenwagen gestohlen. Sein Ziel fand das wertvolle Metall bei einem Altmetallhändler in Vorarlberg. Die Verkäufer: Mitglieder einer rumänischen Bande. Der 52-jährige Angeklagte, welcher bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, saß als Erster bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch auf der Anklagebank.

Sein 35-jähriger Komplize wurde in Rumänien gefasst, nach Österreich ausgeliefert und wartet nun in der Justizanstalt Feldkirch auf sein Verfahren. Der Dritte ist vermutlich in England und konnte in den letzten Monaten trotz internationaler Bemühungen nicht ausfindig gemacht werden.

Einstiger „Sicherheitsexperte“

Der Angeklagte, der seit fünf Jahren in Vorarlberg wohnt, war einst bei einer Sicherheitsfirma angestellt. Im Internet verspricht das Vorarlberger Unternehmen Sicherheit für private Haushalte und Firmengelände. Sowohl der Beschuldigte als auch sein krimineller Komplize waren dort einst Arbeitnehmer. Beide sind vorbestraft.

Der Angeklagte unter anderem wegen schweren Raubes in Italien, wo er viereinhalb Jahre Haftstrafe erhielt. Weiters wurde er in Griechenland wegen Wechselgeldbetruges verurteilt. Was den Kupferdiebstahl betrifft, betont die Staatsanwältin, dass es sich hier um eine kriminelle Familienbande handle. Der Prozess ist Teil eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens, bei dem es immer wieder um groß angelegte Metalldiebstähle und Einbrüche gehe.

Nichts gewusst

Der Angeklagte bleibt bis zuletzt bei der Verantwortung, nichts von dem Kupferdiebstahl gewusst zu haben. Für 200 Euro habe er geholfen, das Kupfer in Götzis aus dem Kastenwagen auszuladen. Ihm habe man gesagt, man habe es für drei Euro pro Kilo günstig bekommen. „Hätte ich gewusst, dass es gestohlen ist, hätte ich niemals geholfen“, beteuert er. Schlussendlich steht für den Schöffensenat fest: Der Mann ist wegen Hehlerei, Geldwäsche und krimineller Vereinigung zu verurteilen. Das Urteil wird mit zwanzig Monaten Haftstrafe festgesetzt. Erschwerend waren die Vorstrafen, mildernd, dass der Rumäne bei dem Coup nur untergeordnet tätig war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.