Konstante Entwicklung im Abwasser

Vorarlberg / 17.08.2022 • 22:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gleichbleibender Trend in Vorarlberg seit Anfang August feststellbar.

Bregenz Der Blick auf die Sieben-Tages-Inzidenz wirkt zunächst erfreulich. Demnach ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche in Vorarlberg von allen österreichischen Bundesländer am niedrigsten. Laut Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES lag sie am Mittwoch bei rund 226, österreichweit bei 403. Doch die Werte sind aktuell nur mit Vorsicht zu genießen. Es wird nämlich viel weniger getestet als in der Vergangenheit – erst recht seit Abschaffung der Quarantäne. Die Datenlage ist somit deutlich schlechter. Ein genaueres Bild kann hingegen die Abwasseranalyse bieten.

In Vorarlberg werden dafür sechs Kläranlagen untersucht, die rund drei Viertel der Bevölkerung abdecken. Die Untersuchung weist aktuell einen konstanten Trend aus, wie Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts, auf VN-Nachfrage erläutert: „Die Viruslast steigt nicht, sie sinkt nicht. Im Schnitt bleibt sie in Vorarlberg gleich, und zwar auf einem eher niedrigeren Niveau.“ Seit Anfang August ließe sich diese konstante Entwicklung bei den Abwasserdaten feststellen. Auch was die Standorte der Kläranlagen angehe, gebe es keine Ausreißer. „Das ist in etwa überall gleich.“ Aufschlüsse bietet die Abwasseranalyse auch bei der vorherrschenden Virusvariante. Derzeit sei das immer noch eindeutig die Omikron-Untervariante BA.5, erklärt Scheffknecht. BA.4 sei untergeordnet im einstelligen Bereich, in Summe machten die beiden Untervarianten 95 Prozent aus.

Sinkender Immunschutz

Das Covid-Prognosekonsortium im Auftrag des Gesundheitsministeriums geht jedenfalls von einer „allmählichen Stagnation des Infektionsgeschehens“ aus, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Analyse heißt. Der durch Impfungen und Infektionen erworbene Immunschutz in der Bevölkerung nehme nach der aktuellen Prognose aber ab. Laut AGES liegt er bei knapp über 70 Prozent, nach etwa 90 Prozent im April. Dadurch werde mittelfristig eine Beschleunigung der Infektionsdynamik erwartet, warnen die Modellrechner. VN-RAM

„Die Viruslast steigt nicht, sie sinkt nicht. Im Schnitt bleibt sie in Vorarlberg gleich.“