Deutsche Familie aus Bergnot von der Schesaplana gerettet

Vorarlberg / 23.08.2022 • 11:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Deutsche Familie aus Bergnot von der Schesaplana gerettet
Mehrstündige Suchaktion mit glimpflichem Ausgang. Canva/Bergrettung Brand

Zwölfjähriges Mädchen verirrte sich mit Vater und Opa im Rätikon-Gebiet. Die Bergrettung Brand barg sie unverletzt.

Brand Die deutsche Familie hatte in der Nacht auf Montag auf der Totalphütte oberhalb des Lünersees übernachtet. Am nächsten Morgen entschieden sich der Vater eines zwölfjährigen Mädchens und deren 70-jähriger Großvater, gemeinsam zu dritt eine Tour zur Mannheimer Hütte zu unternehmen. Um 8 Uhr brachen sie auf.

Die Bergrettung Brand bei den unterkühlten Deutschen am Auffindungsort, der ÖAMTC-Hubschrauber "C 8" flog die Geretteten zum LKH Bludenz.  <span class="copyright">Bergrettung Brand</span>
Die Bergrettung Brand bei den unterkühlten Deutschen am Auffindungsort, der ÖAMTC-Hubschrauber "C 8" flog die Geretteten zum LKH Bludenz. Bergrettung Brand

Es sollte ein langer Tag werden. Der Weg zur Mannheimer Hütte war für das deutsche Trio nicht zu finden, das Kind und die beiden Männer verirrten sich auf der Schesaplana. Als sie nicht zum vereinbarten Treffpunkt ankamen, wurden die restlichen Familienangehörigen nervös und alarmierten die Bergrettung Brand. Es war bereits 23 Uhr.

Erfolgreiche Handypeilung

Oliver Neier, Einsatzleiter der Bergrettung Brand, schilderte den VN, was dann geschah: „Wir haben zunächst festgestellt, dass sich das Auto der Deutschen immer noch auf dem Parkplatz zum Lünersee befand, dann den Einsatz besprochen, eine Handypeilung vorgenommen und damit den ungefähren Ort feststellen können, wo sich die Vermissten befanden. Außerdem baten wir auch den Hubschrauber der Schweizer Rega, uns zu unterstützen.“

Ein Bergretter am Fuß der Schesaplana, die Suchaktion hatte mehrere Stunden gedauert.
Ein Bergretter am Fuß der Schesaplana, die Suchaktion hatte mehrere Stunden gedauert.

Hilfe aus der Schweiz

Neier brach mit weiteren elf Mitgliedern der Bergrettung Brand zur Suche auf. In der Finsternis der Nacht kein leichtes Unterfangen. Da der Suchradius dank Handy-Ortung jedoch eingegrenzt werden konnte, leistete der Schweizer Rega-Hubschrauber – von den Bergrettern bereits mit den nötigen Koordinaten versorgt – mit seiner Infrarotkamera und Scheinwerfern wertvolle Hilfe. „Im Lichtkegel konnten wir die vermissten Wanderer schließlich am Fuß der Schesaplana sichten und zu ihnen stoßen“, sagte der Einsatzleiter. Es war bereits Dienstag um 5 Uhr morgens.

Das zwölfjährige Mädchen und die beiden Männer waren zwar stark unterkühlt, ansonsten jedoch unverletzt und wohlauf. „Sie wurden von uns erst mal aufgewärmt und dann mit dem Bergrettungshubschrauber Christophorus 8 zu Beobachtung zum Landeskrankenhaus Bludenz geflogen“, schilderte Neier den glücklichen Ausgang des Einsatzes.