Lebensrettung von König Rudolf

Vorarlberg / 24.08.2022 • 17:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Grillstelle hat man einen wunderschönen Ausblick.

Bei der Grillstelle hat man einen wunderschönen Ausblick.

Unvorstellbar, wie Österreich heute aussehen würde, wäre Heinrich Walter von Ramschwag nicht gewesen.

Nenzing Die Ruine Welsch-Ramschwag wurde kurz nach 1278 errichtet, die erste urkundliche Nennung findet sich aber erst im Jahr 1352. Errichtet wurde die Burg durch die Herren von Ramschwag. Sie waren Dienstmannen der Äbte von St. Gallen und sind seit dem Ende des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Da die Vorarlberger Bevölkerung damals rätoromanisch sprach, wurde die Burg, im Unterschied zur schweizerischen Alt- und Neu-Ramschwag, Welsch-Ramschwag genannt. Am 26. August 1278 war es Heinrich Walter von Ramschwag, der dem König das Leben rettete – ein wichtiger Wendepunkt für das Geschlecht der Ramschwager.

Rudolf von Habsburg, der König des Heiligen Römischen Reichs, kämpfte in der Schlacht gegen König Otakar von Böhmen. Rudolf lag wehrlos in einem Graben. Dann aber griff Heinrich Walter mutig in das Geschehen ein und rettete Rudolf das Leben. Otakar blieb tot und verstümmelt auf dem Schlachtfeld liegen. Heinrich Walter wurde für seine Rettungsaktion reich belohnt. König Rudolf von Habsburg übergab ihm den Reichshof Kriessern. Er erhielt außerdem 500 Mark Silber und investierte diese in die Errichtung der Feste Welsch-Ramschwag.

Als durch den Appenzellerkrieg der Sturm im Walgau begann, wurde am 28. September 1405 auch Welsch-Ramschwag von den Walgauern gestürmt. Die Feste brannte lichterloh. In dieser Sankt-Michaels- Nacht, die dem Engel mit dem flammenden Schwert geweiht ist, wurden auch die Burgen Jagdberg und Blumenegg sowie die Feste Bürs von den Walgauern angezündet. Der Wiederaufbau der Feste Welsch-Ramschwag unterblieb trotz der Erlaubnis des Königs.

Erhaltungsmaßnahmen

Dank Herbert Greussing und Andreas Maitz konnten in den Jahren 1997 bis 2000 Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. „Die Ruine ist in Gemeindebesitz, aber von Privatgrundstücken umgeben. Die Genehmigung der Familie Gassner war der Schlüssel zum Erfolg“, erzählt Herbert Greussing. Für Sanierungsarbeiten stand ein Jahresbudget von 500.000 Schilling zur Verfügung. Nach wie vor wird die Ruine Welsch-Ramschwag alle drei bis vier Jahre von Bewuchs befreit und für die Öffentlichkeit zugänglich gehalten.

Ausflugsziel Ruine Ramschwag

Wir starten beim Alpencamping Nenzing. Bei der Einfahrt entdecken wir die erste Beschilderung mit „Ruine Ramschwag“. Dieser folgen wir bis in den Ortsteil Bazul. An der Abzweigung Burgweg finden wir das nächste große Schild. Wir laufen den Burgweg entlang und biegen anschließend links zur Ruine ab. Nach einer kurzen Steigung erreichen wir auch schon die Informationsschilder gefolgt von der Ruine. Wer dort grillen möchte, findet am Gelände der Ruine zwei Grillstellen. Wir entschieden uns allerdings ins Gasthaus Garfrenga beim Alpencamping einzukehren. VN-SAH

„Die Genehmigung der Familie Gassner war der Schlüssel zum Erfolg.“

Bei der Grillstelle hat man einen wunderschönen Ausblick.

Bei der Grillstelle hat man einen wunderschönen Ausblick.

Lebensrettung von König Rudolf
Die Informationsschilder berichten über die geschichtlichen Ereignisse.

Die Informationsschilder berichten über die geschichtlichen Ereignisse.

Ruine Ramschwag

GEHZEIT 1 Stunde

KILOMETER 1,4

HÖHENMETER 50

PARKMÖGLICHKEIT Alpencamping Nenzing

ÖFFENT. VERKEHRSMITTEL Bushaltestelle Alpencamping

EINKEHRMÖGLICHKEITEN Garfrenga – Alpencamping

SONSTIGES Grillstelle und Trinkwasserbrunnen vorhanden

Quellen: Die Vorarlberger Burgen – Alois Niederstätter,

Walgau Fernsehen – Burgen im Walgau