Sprache war kein Hindernis

Vorarlberg / 02.09.2022 • 16:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dankbar blicken Diana und Otto Kittenbaumer heute auf 60 schöne und ereignis­reiche Ehejahre zurück.
Dankbar blicken Diana und Otto Kittenbaumer heute auf 60 schöne und ereignis­reiche Ehejahre zurück.

Sulz Vor 62 Jahren saßen zwei junge Leute im Zug zufällig nebeneinander und kamen ins Gespräch. Die junge Frau war Engländerin und sprach kaum Deutsch, der junge Mann aus Vorarlberg verstand nur ein paar Brocken Englisch. „Es ging so recht und schlecht“, erinnert sich der Jubilar, „und als sie auch in Horgen am Zürichsee ausstieg, habe ich ihr noch nachgerufen ,Kino, morgen, 20 Uhr‘, und sie ist tatsächlich gekommen. Seither sind wir zusammen.“

Otto Kittenbaumer kam in Röthis zur Welt und wuchs mit Bruder und Schwester umsorgt auf. Nach der Schule lernt er Maschinenschlosser bei der Firma Fries in Sulz und war nach der Lehre in verschiedenen Firmen tätig, unter anderem arbeitete er auch als Monteur in Horgen und wohnte in dem schönen Ort am Zürichsee. Er verliebte sich sofort in Diana Maureen Philpott, die mit 25 Jahren aus Morley/England nach Horgen am Zürichsee kam, um perfektes Deutsch zu lernen und ihren Traumberuf Englischkorrespondentin zu verwirklichen. Sie stammte aus einer konservativen englischen Familie und wuchs mit ihrem Bruder behütet auf. Sie hätte nie gedacht, dass sie nach nur sechs Monaten in der Schweiz die Liebe fürs Leben trifft.

„Wir haben viele schöne Stunden miteinander verbracht, arbeiteten in Genf, Luzern und Zürich, und 1964 sind wir in das Haus gezogen, das mein Vater mit meinen Geschwistern mit viel Liebe und Stolz am Sulner Berg errichtet hatte. Das war damals noch ein Rohbau, was Diana überhaupt nicht gestört hat. Ihre Eltern, die zur bevorstehenden Hochzeit kamen, haben schon ein bisschen skeptisch geschaut“, erzählt der Jubilar. Am 1. September 1962 fand die standesamtliche Vermählung statt, und am 3. September 1962 gaben sie sich in der Wallfahrtskirche St. Korneli in Tosters vor Pfarrer Nesensohn das Jawort. Nach einem schönen Hochzeitsfest fuhr das frisch vermählte Paar auf dem Rhein von Basel nach Rotterdam und mit dem Schiff nach London zum Flittern bei Dianas Eltern.

Erfüllte Jahre

Otto bekam 1965 eine Anstellung bei Hoval Heizung als Servicetechniker und übte diesen Beruf bis zu seiner Pensionierung 1994 aus. Diana lebte sich schnell in der kleinen Gemeinde ein. Sie schloss Freundschaften im Turnverein Röthis, dem sie bis ins hohe Alter treu blieb, und war viele Jahre, wie Otto auch, beim Alpenverein Rankweil, denn sie liebte Wandern, Ski fahren und Bergtouren. Ab 1975 arbeitete Diana im LKH Feldkirch in der Nuklearmedizin als Sekretärin bis zu ihrer Pensionierung 1990, ein Beruf, der ihr sehr viel Freude bereitete.

„Wir unternahmen auch schöne Weltreisen. Wir sahen uns China, Thailand, Namibia, Amerika, Marokko und in Europa fast alle Länder an und verbrachten unsere Urlaube oft in Dianas Heimatland England. Wir haben wunderschöne Kreuzfahrten gemacht, z. B. durch den Panamakanal, in die Karibik, nach Spitzbergen ab Southampton und im Mittelmeer. Von den vielen schönen Ski- und Berg­touren in den Dolomiten, vom Hohen Kasten bis zum Piz Buin, erzählen wir noch heute gerne. Ganz zu schweigen von den 4000ern, die ich in der Schweiz bestiegen habe“, ergänzt der Jubilar.

Otto und Diana liebten das Freschengebiet. Sie verbrachten dort viele Stunden, denn Otto war 20 Jahre Hüttenwart des Freschenhauses. Auch die Erhaltung der Freschenkapelle war ihm immer ein Anliegen. So war es nur selbstverständlich, dass sie die goldene Hochzeit in der Freschenkapelle auf dem hohen Freschen feierten. Neben der Arbeit unterstützte der Jubilar 68 Jahre die Feuerwehr Röthis, deren Ehrenmitglied er heute ist.

Ruhigere Zeit

Das letzte Mal wanderte Diana mit 83 Jahren mit Otto auf den Freschengipfel. Ihre Gesundheit lässt heute leider zu wünschen übrig, doch unterstützt von guten Betreuerinnen werden ihr die Tage so schön wie möglich gestaltet. Otto geht es gut, und er möchte ­zurückblickend danken für die vielen schönen Jahre, die sie gemeinsam erleben durften. Ihr diamantenes Hochzeitsjubiläum feiern Diana und Otto Kittenbaumer zu Hause und freuen sich auf die Besuche von Familie, Freunden und Bekannten. KL

Glücklicher Start in die Zukunft.
Glücklicher Start in die Zukunft.