Kein Käse! Ein Alpkäse geht auf große Tour

Vorarlberg / 06.09.2022 • 20:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Henning Sydow ist normalerweise Radbote in Wien. Für den Alpkäse hat er einen Spezialauftrag übernommen.Julie Brass, Alma
Henning Sydow ist normalerweise Radbote in Wien. Für den Alpkäse hat er einen Spezialauftrag übernommen.Julie Brass, Alma

Warum ein Laib Käse mit dem Lastenrad nach Wien gefahren wird.

Lochau Das wird auf jeden Fall eine runde Sache: Aufgrund seiner radförmigen Beschaffenheit wird ein Käselaib auch Käserad genannt. Die Vorarlberger Privatkäserei Rupp bzw. ihre Marke Alma nimmt diesen Begriff wörtlich und startet kommende Woche eine groß­angelegte Käseradtour. Die Protagonisten sind ein Laib Vorarlberger Alpkäse und ein Lastenrad ohne E-Antrieb. Warum? Das Projekt ist laut Alma eine Hommage an die Sennerinnen und Senner von damals und heute. „Früher war der Transport des Käses von den Alpen enorm beschwerlich. Die bis zu 30 Kilogramm schweren Käselaibe wurden oft mit Ochsenkarren bis in die Städte gebracht. Das Lastenrad steht sinnbildlich für den Karren. Denn auch wenn der Ochsenkarren mittlerweile ausgedient hat, ist die Bewirtschaftung einer Alpe noch immer enorm anstrengend und teilweise beschwerlich“, erläutert Bereichsleiter Christof Abbrederis. 

Ohne Antrieb

Da der Ochsenkarren keine elektrische Unterstützung hatte, muss auch das Käserad ohne auskommen. Der Startschuss für die Tour fällt am Samstag (17. September) bei der 28. Vorarlberger Käseprämierung in Schwarzenberg. Die Route führt Fahrer und Käse vom Bregenzerwald über Bayern und Linz bis nach Wien. Auf der rund 650 Kilometer langen Strecke mit 5000 Höhenmetern sind zehn Stationen geplant. Am Lenker sitzt Henning Sydow, der normalerweise als Radbote in Wien arbeitet. „Auf der Strecke wird er alleine unterwegs sein. Wir fahren dann immer mit dem Auto voraus und bereiten die Stopps vor“, skizziert Matthias Köb vom Kreativbüro „buero balanka“ den Ablauf. Am jeweiligen Ort finden unterschiedliche Veranstaltungen statt. Im Mittelpunkt steht die Wissensvermittlung. Abbrederis ergänzt: „Die Älplerinnen und Älpler sind hauptverantwortlich für den Erhalt der Kulturlandschaft. Das ist touristisch von enormer Bedeutung und somit auch für den Wohlstand in der Region. Zudem profitieren natürlich auch die Einheimischen selbst davon. Darauf wollen wir bei der Tour aufmerksam machen.“ Vn-ger

„Die Älplerinnen und Älpler sind hauptverantwortlich für den Erhalt der Kulturlandschaft.“

Kein Käse! Ein Alpkäse geht auf große Tour