Kein Kirchturmdenken bei Kinderbetreuung

Vorarlberg / 08.09.2022 • 16:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bgm. Wöß-Krall: „Gemeinden müssen neue Wege gehen, um ausreichend Kinderbetreuung bieten zu können.“
Bgm. Wöß-Krall: „Gemeinden müssen neue Wege gehen, um ausreichend Kinderbetreuung bieten zu können.“

Rankweiler Kindergartenkinder kommen im Kindercampus Sulz unter.

Rankweil, Sulz Die Marktgemeinde Rankweil und die Gemeinde Sulz haben sich in Sachen Kinderbetreuung zusammengeschlossen, um allen angemeldeten Kindern einen Kindergartenplatz anbieten zu können. Da es in Rankweil – wie in vielen anderen Gemeinden auch – für das kommende Kindergartenjahr mehr Anmeldungen als verfügbare Betreuungsplätze gab, werden zwölf Dreijährige aus der Marktgemeinde ab nächster Woche im dritten Obergeschoss des Kindercampus Sulz unterkommen.

Zukunftsweisende Lösung

Aus Sicht der Rankweiler Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall ist das eine zukunftsweisende Lösung: „Ich freue mich sehr, dass gemeinsam mit der Gemeinde Sulz diese Lösung zustande gekommen ist und auch, dass die Eltern dieser Lösung offen gegenüberstehen. Gemeinden werden in Zukunft neue Wege gehen müssen, um ausreichend Kinderbetreuung anbieten zu können.“ Der Sulner Bürgermeister Karl Wutschitz ergänzt: „Es war uns ein großes Anliegen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Generell sollte leer stehender Raum auch im öffentlichen Bereich besser genutzt werden und ich hoffe, dass andere Gemeinden diesem Beispiel folgen werden.“

Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten wurde zunächst auf höchstens drei Jahre abgeschlossen. Zusätzlich zum Mietzins übernimmt die Marktgemeinde auch die Personalkosten abzüglich der Landesförderung an die Gemeinde Sulz.

Mehr Raum, mehr Personal

Wie lange der Kindercampus in Sulz als Betreuungseinrichtung für Rankweil dienen wird, hänge unter anderem auch mit dem Baufortschritt für die neue Kinderbetreuung Markt zusammen, wie die Marktgemeinde informiert. In dem neuen Gebäude sollen die aktuell vier Standorte der Kleinkindbetreuung im Ortszentrum untergebracht werden. Der Baustart soll in Kürze erfolgen, in der Zwischenzeit dienen Räume im ehemaligen Herz-Jesu-Heim als Ausweichquartier für die Kleinen.

Aber auch andernorts reagiert die Marktgemeinde Rankweil auf die steigende Nachfrage nach Kinderbetreuung. So wurde der Bewegungskindergarten Markt erst kürzlich zur Ganztagesbetreuung umgebaut. „Die regen Wohnbautätigkeiten in Rankweil und der damit einhergehende Zuzug sowie die gesellschaftliche Entwicklung werden uns weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Sicher ist, dass ein weiterer Ausbau des Kindergarten- und Kinderbetreuungsangebots in Verbindung mit der Aufstockung personeller Ressourcen unumgänglich sein wird“, so Wöß-Krall abschließend.

Ziel der Kooperation ist, dass allen angemeldeten Kindern ein Kindergartenplatz angeboten werden kann.    Oliver Lerch
Ziel der Kooperation ist, dass allen angemeldeten Kindern ein Kindergartenplatz angeboten werden kann.    Oliver Lerch
Kein Kirchturmdenken bei Kinderbetreuung