Schulstart fast wie vor Corona

Vorarlberg / 11.09.2022 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Masken und Tests sollen an Schulen nur dann wieder zu Regel werden, wenn sich die Coronalage verschärft. APA
Masken und Tests sollen an Schulen nur dann wieder zu Regel werden, wenn sich die Coronalage verschärft. APA

Weder Test- noch Maskenpflicht: Rückkehr zur „Normalität“ ist nicht unumstritten.

SCHWARZACH „Zurück zur Normalität“, lautet das Motto, unter das Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani den Start ins neue Schuljahr gestellt haben. Es bezieht sich auf Coronamaßnahmen: Es gibt so gut wie keine mehr, eine Testpflicht existiert ebenso wenig wie eine Maskenpflicht. Ausnahme: Von Volksschülern abgesehen, dürfen Schüler sowie sämtliche Lehrpersonen, die positiv getestet sind, aber keine Symptome verspüren, die Schule besuchen, müssen dabei aber eine FFP2-Maske tragen.

Überschaubares Risiko

Alles in allem werden damit in Vorarlberg ähnliche Regeln herrschen wie in den Nachbarländern der Bodenseeregion. Das Risiko, das damit eingegangen wird, sei „geschätzt“, also überschaubar, meint der Gesundheitsexperte Armin Fidler: Man könne zwar davon ausgehen, dass es seit geraumer Zeit wesentlich mehr Infizierte gebe als es offiziellen Statistiken zu entnehmen ist, in denen nur bestätigte Fälle enthalten sind. Abwasserproben und vor allem auch die Lage in den Spitälern würden aber zeigen, dass die Verhältnisse stabil sind und relativ wenige Patienten wegen Corona stationär behandelt werden müssen.

Bisherige Maßnahmen an den Schulen beizubehalten, würde laut Fidler auch von daher keinen Sinn machen, dass es im Alltag ansonsten kaum noch Beschränkungen gibt. Schon der Komplexitätsforscher Peter Klimek hat gemeint, dass Sonderregelungen für Schüler und Lehrer vor diesem Hintergrund nur einen überschaubaren Effekt hätten.

Thomas Czypionka vom „Institut für Höhere“ Studien (IHS) sieht das anders: In Schulklassen bestehe ein hohes Infektionsrisiko, weil zahlreiche Menschen in einem geschlossenen Raum zusammensitzen. Von daher wäre es seines Erachtens vernünftig gewesen, nicht nur für eine bessere Luftqualität zu sorgen, sondern weiterhin zu testen. Und zwar vor allem auch deswegen: Bei einer europaweiten Untersuchung, an der Czypionka beteiligt ist, hat sich seinen Angaben zufolge gezeigt, dass es über Schulen zu sehr vielen Personalausfällen kommen kann – weil infizierte Kinder durch berufstätige Eltern zu Hause betreut werden müssen oder diese anstecken, sodass sie ebenfalls erkrankt daheimbleiben müssen. Gerade auch in den Spitälern, wo Gesundheitspersonal davon betroffen ist, sei dies spürbar, so Czypionka.

Die Rückkehr zur Normalität ist freilich ohnehin nur für den Schulstart gesichert: Sollte es eine verschärfte Coronalage notwendig erscheinen lassen, kann die Test- und Maskenpflicht wieder eingeführt werden. Einzig zu Schulschließungen, wie zu Beginn der Pandemie, soll es unter keinen Umständen mehr kommen. joh