Mit 20 Millionen Euro gegen die Teuerung

Vorarlberg / 13.09.2022 • 19:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Unterstützungen vor allem für Wohnen, Familie, Heizen.

Bregenz Der persönliche Einstieg des Landeshauptmanns zum Pressefoyer am Dienstag musste sein. „Diese Runde hat mir gefehlt“, gestand Markus Wallner (55, ÖVP), um sich danach noch bei vielen Personen, insbesondere Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, zu bedanken.

Doch dann hatte ihn die Tagespolitik wieder. Und das mit der derzeit wohl größten Herausforderung: der Teuerung. Die Landesregierung hat dazu ein Paket geschnürt, das rund 20 Millionen Euro schwer ist und speziell drei Bereiche berücksichtigt: Familien, Heizen, Wohnen.

Die Ungewissheit

Zum Bereich Familien: Der Mindestzuschuss wird von 51 auf 150 Euro verdreifacht, der Höchstzuschuss um fast 20 Prozent erhöht – von aktuell 505,50 auf 600 Euro. Hinzu kommt aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten im Oktober eine einmalige Zusatzzahlung für alle Beziehende eines Familienzuschusses. Antragsformulare und Beratung gibt es an den Wohnortgemeinden.

Zum Bereich Heizen: „Es warten anspruchsvolle Wintermonate und auch eine Zeit der Ungewissheit danach“, hielt der Landeshauptmann dazu grundsätzlich fest. Die Zeit der Konfrontation, einhergehend mit einem Wirtschaftskrieg zwischen Europa und Russland, werde sich wohl fortsetzen, befürchtet Wallner. Für 2022/2023 erhöht das Land den Heizkostenzuschuss als auch die Einkommensgrenzen der jeweiligen Haushaltskonstellationen. So wird der Heizkostenzuschuss um 60 Euro (ca. 22 Prozent) von 270 auf 330 Euro gesteigert. Für Sozialhilfebezieher wird der Sockelbetrag um 30 Euro auf 180 Euro erhöht. Der Zuschuss kann im Zeitraum vom 17. Oktober 2022 bis 24. Februar 2023 persönlich oder online beim Wohnsitzgemeindeamt beantragt werden.

Geld von Illwerke-Dividenden

Zum Bereich Wohnbeihilfe: Auch diese wird deutlich angehoben. Ein Vergleich der Auszahlungen an Wohnbeihilfen in den Monaten Juni 2022 und Juli 2022 zeigte eine durchschnittliche Anhebung der Wohnkostenunterstützung um circa 30 Prozent. Wurden im Juni noch 2,3 Millionen Euro ausbezahlt, waren es im Juli und August rund 3,1 Millionen. Unterstützung gibt es zum Schulbeginn auch für Schüler. Bis zu 180 Euro pro Familie kann diese betragen.

Einen Großteil der Aufwendungen gegen die Teuerung bestreitet das Land aus den von den illwerken vkw ans Land abgeführten Gewinnen der letzten Zeit. „Diese Art der Finanzierung ist mir lieber als eine aus Übergewinnsteuer“, bekräftigte Wallner einmal mehr. VN-HK

„Es warten anspruchsvolle Wintermonate, und auch was danach kommt, ist ungewiss.“