Von den sieben Gipfeln blieben diesmal nur drei

Vorarlberg / 13.09.2022 • 17:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aus Seven Summits wurden drei Gipfel, die Familientour fand programmgemäß statt, auch mehrere Vierbeiner waren dabei.

Aus Seven Summits wurden drei Gipfel, die Familientour fand programmgemäß statt, auch mehrere Vierbeiner waren dabei.

Trotzdem war der traditionsreiche Extremsport-Event in Schröcken eine große Herausforderung.

Schröcken Die Prognosen waren durchwachsen, die Realität dann noch schlechter. „Wir mussten kurzfristig umdisponieren, die Tour über die sieben Berggipfel rund um Schröcken wäre zu gefährlich gewesen“, bedauerte der Organisator der Seven Summits Tour, Eric Leitner. Weil aber schon viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist oder unterwegs waren, fand die Tour auf verkürzter Strecke statt. Von sieben Berggipfeln blieben noch drei (Hochberg, Rothorn und Künzelspitze) im Programm, die Startzeiten auf später verlegt, um zu vermeiden, dass Läuferinnen und Läufer in der Dunkelheit auf den Weg müssen. „Das wäre angesichts des Regens und der glitschigen und tückischen Wege zu gefährlich gewesen, zumal der Regen auf den Gipfeln in Schneeregen oder Schneefall überging“, so Leitner.

Rund 200 gingen auf Tour

„Von den angemeldeten 300 Läuferinnen und Läufern verzichtete unter diesen Bedingungen nur etwa ein Drittel auf die Teilnahme, rund 200 machten sich auf den Weg“, freute sich der Organisator über das große Starterfeld. Auch die Familientour zum Körbersee fand großen Zuspruch – und die Stimmung war am frühen Nachmittag, als die Teilnehmer nach und nach zum Ausgangspunkt im Ortszentrum Heimboden zurückkehrten, hervorragend.

Der eigentliche Sieger

Große Freude auch beim Veranstalter, denn der Reinerlös der Seven Summits Tour kam auch heuer wieder der Hilfsorganisation Rokpa zugute. „Der eigentliche Sieger der Veranstaltung ist die auf Hilfe angewiesene Bevölkerung im Himalaya“, so Leitner. Rokpa ist eine international aufgestellte Hilfsinitiative, die sich vor allem dem Schulwesen in Nepal und Tibet widmet und dort Schulprojekte initiiert und unterstützt. Heuer ist auch eine große Aufforstungsaktion geplant, 7777 Bäume sollen gepflanzt werden. „Wir konnten über Sponsoren, Spenden usw. heuer rund 30.000 Euro lukrieren“, freut sich Leitner, der sich bei allen, die dazu beigetragen haben, herzlich bedankt.

Zeiten zweitrangig

Bei der Veranstaltung gibt es keine Preise oder Trophäen, „die erzielten Zeiten sind zweitrangig, jede und jeder, der die Herausforderung meistert, ist ein Sieger, das hat sich seit der ersten Veranstaltung nicht geändert“, betont Leitner.

Ein wenig sportlicher Ehrgeiz darf aber trotzdem sein und so durfte sich Fabio Leibig aus Kempten zur Bestzeit – 5:10 Stunden – gratulieren lassen. Schnellster Vorarlberger war Markus Muxel aus Reuthe-Baien. Bei den Läuferinnen kam Stefanie Hollenstein nach 6:35 Stunden als Erste ins Ziel. Sie war zum ersten Mal dabei, Berge sind ihr aber keineswegs fremd, denn „normalerweise bin ich im Winter mit Tourenski unterwegs und auf der Künzelspitze fühlte ich mich bei Kälte und Schneefall wie auf einer Skitour. Meine Finger waren allerdings so gefroren, dass ich kein Selfie auf dem Gipfel machen konnte, ein Helfer hat dann aber doch noch ein Erinnerungsfoto geschossen“.

Seven Summits kopiert

Für einen Teilnehmer aus dem benachbarten Großwalsertal wurden Erinnerungen wach: Bernhard Jenny aus Raggal war schon 2017 bei der wegen schlechter Witterung ebenfalls verkürzten Tour dabei und wollte auch im Vorjahr starten, als wegen Corona abgesagt wurde. „Da habe ich mich tags darauf ganz allein auf den Weg gemacht, um sieben Gipfel rund um Raggal zu bewältigen. Vielleicht machen wir bei uns mit Rote Wand & Co. auch so einen Event.“ STP

Eric Leitner mit Stefanie Hollenstein und Markus Muxel. STP/5
Eric Leitner mit Stefanie Hollenstein und Markus Muxel. STP/5
Bernhard Jenny hat Seven Summits im Großwalsertal absolviert.
Bernhard Jenny hat Seven Summits im Großwalsertal absolviert.
Fabio Leibig aus Kempten meisterte die Tour am schnellsten.
Fabio Leibig aus Kempten meisterte die Tour am schnellsten.