Gericht: Von „Mann zu Mann“ mit dem Messer

Vorarlberg / 15.09.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die beiden Angeklagten bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Eckert</span>
Die beiden Angeklagten bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Eckert

Welches schmerzliche Ende eine Aussprache zwischen zwei Jugendlichen fand.

Feldkirch Kurz vor Weihnachten gerieten zwei Teenager wegen eines verloren gegangenen Computerspiels in Streit. Es hagelte Beleidigungen und Beschimpfungen. Der 18-jährige Türke schlug seinem 17-jährigen Kontrahenten mitten ins Gesicht. Vorerst blieb es bei dieser. Doch die beiden Jugendlichen, die viel von Ehre und Machogehabe halten, wollten es nicht dabei bewenden lassen. Sie verabredeten sich erneut zu einem Treffen direkt vor dem Haus des 17-Jährigen in Feldkirch. Ausgemacht war eine Aussprache von „Mann zu Mann“.

Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch vermutet der Richter, dass man sich zu einer Rauferei verabredete, doch die jungen Leute verneinen diesen Hintergrund.

Tiefe Stiche

Jedenfalls trafen sich die beiden und fingen wieder an zu schlägern. Dabei zückte der Jüngere plötzlich ein Klappmesser. Er stach mehrmals auf den 18-Jährigen ein, erwischte jeweils den Unterarm und verursachte dabei schwere Verletzungen. Bindegewebsstrukturen wurden durchtrennt, Finger, Hand und einzelner Muskelfasern verletzt. Ein Stichkanal ging sogar bis auf den Knochen. „Eine schmerzhafte Angelegenheit vermute ich“, so der Richter. Der Zweitangeklagte nickt. Einen Monat war der Stapelfahrer im Krankenstand. Für die Schmerzen bekommt der Verletzte 500 Euro zugesprochen. Der Richter macht den Jugendlichen klar, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Verletzung sehr hoch ist, wenn ein Messer im Spiel ist. Das sehen beide ein.  

1500 Euro Geldbuße

Bezüglich des Älteren wird wegen eines Beweisantrages das Verfahren getrennt und ans Bezirksgericht abgetreten. Der Messerstecher bekommt die Rechnung allerdings sofort präsentiert. Obwohl es sich um eine schwere Körperverletzung handelt, kann Verteidiger Alexander Wirth das Gericht überzeugen, dass ausnahmsweise mit einer Geldbuße ohne Vorstrafe das Auslangen gefunden werden kann.

Der junge Mann ist unbescholten, muss 1000 Euro Buße, 500 Euro Teilschmerzengeld zahlen, dann ist die Sache strafrechtlich vorerst vom Tisch. Der Teenager ist froh, er macht beim Heer zurzeit eine Ausbildung. Mit der wäre es unter Umständen vorbei, wenn er eine Vorstrafe wegen schwerer Körperverletzung hätte.