Miliz in Vorarlberg unter neuem Kommando

Vorarlberg / 15.09.2022 • 19:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Brigadier Hessel übergibt das Kommando über die Miliz an Netzer. VLK/Serra
Brigadier Hessel übergibt das Kommando über die Miliz an Netzer. VLK/Serra

Früherer Bürgermeister führt das Jägerbataillon.

Bludesch Seit Donnerstagnachmittag gibt es einen neuen Kommandant für das Miliz-Jägerbataillon Vorarlberg. Im Rahmen eines Festaktes in der Walgaukaserne übernimmt Major Martin Netzer das Kommando von Oberst Ralf Bail. Dieser war seit 2014 für das Bataillon verantwortlich. Präsent waren knapp 180 Milizionäre des Jägerbataillons.

Papiertiger Miliz

Die Gelegenheit nutzte der Vorarlberger Militärkommandant Gunther Hessel, auch einen Appell an die Politik zu richten. Zu kurz sind die Ausbildungszeiten, die durch Assistenzeinsätze unterbrochen werden. Unter solchen Umständen lassen sich keine Soldaten ausbilden, warnt der Brigadier. “Was nützt uns hochtechnisches Gerät, wenn ich es nicht im Verband einsetzen kann”, fasst er das Problem fehlender Übung zusammen.

Dies schlägt sich auch auf die Miliz nieder. Denn von den Milizsoldaten des Jägerbataillons sind über zwei Drittel zeitlich befristete Grundwehrdiener, die im Einsatzfall eingezogen werden. Mit denen kann jedoch nicht geübt werden. Hessel fordert daher das alte Modell von sechs Monaten Grundwehrdienst und zwei Übungsmonaten zurück, ohne Assistenzeinsätze der Grundwehrdiener.

“An 6+2 Monaten führt kein Weg vorbei”, betont auch Netzer. “Keine Feuerwehr bildet ihre Leute aus und trifft sich dann erst wieder, wenn was passiert”, betont er die Notwendigkeit von regelmäßigen Übungen. Der frühere Gaschurner Bürgermeister will ebenfalls mit einem Fokus auf Aus- und Weiterbildungen die Einsatzfähigkeiten der Miliz erhöhen. Für den Aktivstand der Miliz geht es nun mit dem neuen Kommandanten auf die Lizum zu Waffenübungen.

Martin Netzer

Mit dem Abschluss der Militärakademie in Wien 1992 begann Netzer seine Karriere als Berufsoffizier in der Walgaukaserne. 2002 wechselte er als Gemeindesekretär nach Gaschurn, ehe er zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt wurde. Dem Heer blieb er als Milizoffizier erhalten. Die Vorarlberger Miliz stellt nicht nur Freiwillige für Assistenzeinsätze, sondern kam mit 100 Mann während der Coronapandemie zum Einsatz. VN-EMK, RAU

Das Bundesheer lud Politik, darunter Landesrat Christian Gantner, und Blaulichtorganisationen zum Festakt nach Bludesch. VLK/Serra
Das Bundesheer lud Politik, darunter Landesrat Christian Gantner, und Blaulichtorganisationen zum Festakt nach Bludesch. VLK/Serra