Schwarzenbergs Rückkehr zum Markt und Käsefest

Vorarlberg / 15.09.2022 • 16:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach zwei schwierigen Corona-Jahren heißt es am Samstag wieder volles Programm beim Traditionsmarkt um den Schwarzenberger Dorfplatz.
Nach zwei schwierigen Corona-Jahren heißt es am Samstag wieder volles Programm beim Traditionsmarkt um den Schwarzenberger Dorfplatz.

Nach der Absage 2020 und der „Sparversion 2021“ gibt es am Samstag volles Programm.

Schwarzenberg Nach zwei schwierigen Jahren lädt Schwarzenberg morgen, Samstag, 17. September wieder zu einem (fast) normalen Älplerfest ein: der Markt, der auf eine mehr als 400-jährige Tradition zurückblicken kann, findet ab 8 Uhr wieder ohne Corona-Einschränkungen statt und die Käseprämierung kann ebenso uneingeschränkt – einschließlich Publikumsjury – abgewickelt werden.

Heimkehr aufgeteilt

Dass der Alptag, der in den vergangenen beiden Jahren wegen Corona ausfallen musste, auch heuer nur auf Sparflamme und auf zwei Wochenenden verteilt stattfand, lag freilich nicht an Corona, sondern hatte organisatorische Gründe. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als alle Schwarzenberger Alpen gemeinsam heimzogen, kamen heuer die Herden der meisten Alpen am
3. September zurück, andere folgten eine Woche später. Wiederum eine weitere Woche später lädt Schwarzenberg jetzt zu Markt und Käseprämierung ein.

Feststimmung ab 8 Uhr

Das Markttreiben beginnt am Samstag bereits um 8 Uhr, ab 10 Uhr dreht sich dann alles um den Käse, denn dann beginnt die Konsumentenjury, bei der Marktbesucher Gelegenheit haben, aus den von der Fachjury am Vorabend ausgewählten Käsen ihren Favoriten küren können. Mit dieser Konsumentenjury verbunden ist auch ein Gewinnspiel, das ab 12.45 Uhr verlost wird. Um 13 Uhr wird es dann für die Senner ernst – das Ergebnis der Käseprämierung wird bekannt gegeben und die Senner des Jahres werden gekürt und mit der begehrten Glocke ausgezeichnet.

Organisatoren sind erleichtert

Auch wenn sich die Wetterprognosen nicht wirklich verheißungsvoll anhören, sind die Organisatoren der Traditionsveranstaltung erleichtert, dass der Markt wieder in gewohnter Form abgehalten werden darf.

Ein Markt, dessen Tradition mehr als 400 Jahre zurückreicht – in eine Zeit, in der Schwarzenberg der Mittelpunkt des Viehhandels war. Nach dem Alpabtrieb traf sich bis vor gut 100 Jahren „halb Europa“, um sich mit Qualitätsvieh einzudecken.

Noch um 1880 weiß die Chronik zu berichten, dass beim Schwarzenberger Vieh- und Krämermarkt Einkäufer aus vieler Herren Länder insgesamt 300 Stiere und Ochsen, 1200 Kühe, 750 Rinder, 200 Kälber und 300 Schweine erstanden.

Im 20. Jahrhundert schwand die Bedeutung rasant und um 1980 „verirrten“ sich nur noch eine Handvoll Marktfahrer nach Schwarzenberg, der internationale Viehhandel spielte längst keine Rolle mehr.

Ganz verschwinden sollte die älteste Traditionsveranstaltung aber dann doch nicht, sagte sich eine engagierte Gruppe, die unter Federführung von Reinhard Lechner, Bürgermeister Jakob Franz Greber und Lothar Fetz ein neues Konzept entwarf. Die Initiative „Natur und Leben“, Vorläufer der Bregenzerwälder KäseStraße, war dabei ein Ansatzpunkt. Der Markt sollte sich konsequent auf heimische Marktfahrer beschränken, ein regionales Angebot war das Ziel der Initiatoren.

Tradition und Geselligkeit sollten in den Mittelpunkt gerückt werden und als Highlight sollte eine Prämierung der besten Käse vor allem viele Käsegenießer nach Schwarzenberg locken. Die Rechnung ging auf, die Traditionsveranstaltung zählte bald zu den größten Events in der Region. STP

Die begehrte Siegerglocke wird verliehen.
Die begehrte Siegerglocke wird verliehen.
Reinhard Lechner und Lothar Fetz initiierten 1993 den „neuen“ Markt.

Reinhard Lechner und Lothar Fetz initiierten 1993 den „neuen“ Markt.

Morgen kann wieder mit „vollem Haus“ bei der Käseprämierung und Käseverkostung im Angelika-Kauffmann-Saal gerechnet werden. STP/4
Morgen kann wieder mit „vollem Haus“ bei der Käseprämierung und Käseverkostung im Angelika-Kauffmann-Saal gerechnet werden. STP/4