Wichtiger Mitgestalter der VKW

Vorarlberg / 15.09.2022 • 17:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Förderung des christlichen Lebens war ihm sehr wichtig.
Die Förderung des christlichen Lebens war ihm sehr wichtig.

Im Alter von 91 Jahren starb Vorstandsdirektor i. R. Dr. Paul Weber.

DORNBIRN Am 2. September 2022 verschied im Alter von 91 Jahren Vorstandsdirektor der VKW i. R. Dr. Paul Weber nach einem glücklichen und erfüllten Leben. Er hat die VKW als Mensch und mit seinem juristischen Wissen maßgeblich erfolgreich mitgestaltet.

Paul Weber wurde am 4. Jänner 1931 als elftes von 13 Geschwistern geboren. Sein Vater starb, als Paul Weber gerade vier Jahre alt war, in den Armen einer Mutter, die neben der Familie eine Klöppelfabrik führen musste und im Kreis älterer, teilweise bereits berufstätiger oder studierender Geschwister. Er wuchs Seite an Seite vor allem mit seinem knapp älteren Bruder Stefan auf.

Nach einem Jahr Hauptschule in Hohenems wechselte er auf Empfehlung des Direktors in das heutige Realgymnasium Dornbirn. Schon in der Schule schloss Paul Weber Freundschaften, die ein ganzes Leben lang hielten.

Nach der Matura im Jahr 1950 begann er mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Mit 24 Jahren promovierte er zum Dr. jur.

Parallel zu Schule und Studium finden wir ihn in mehrere Interessensgebiete und damit immer auch neue Freundeskreise involviert: Da war erstens der Sport, insbesondere der Fußballsport. Mit anderen sportbegeisterten Buben und Heimkehrern aus Krieg und Gefangenschaft bildete er den Grundstock des FC Rheindorf Altach – er war mehrere Jahre Mittelstürmer und Mannschaftskapitän. Sein Interesse am Sport blieb bis zuletzt ungebrochen.

Neben dem Sport war ihm auch die eigene religiöse Entwicklung und die Förderung des christlichen Lebens sehr wichtig. Er war während der Schulzeit in der Pfarrjugend und später in der katholischen Hochschulgemeinde als Primus engagiert. Von den Diskussionen und Vorträgen, den Hochschulwochen und den Begegnungen mit Persönlichkeiten – wie dem bekannten Theologen Karl Rahner – zehrte er sein Leben lang.

Noch während seiner Studienzeit lernte Paul Weber seine Traudl kennen, ein einschneidendes Ereignis, das 1959 in eine glückliche, mit sechs Kindern gesegnete Ehe mündete. 63 Jahre standen sie sich treu zur Seite.

Seinen beruflichen Werdegang hat Weber nicht geplant. Vielmehr folgte er seinen Interessen und suchte Aufgaben, die ihn erfüllten. Nach dem Gerichtsjahr und einer kurzen Anstellung in einer Rechtsanwaltskanzlei trat er mit 26 Jahren in den Dienst des Landes Vorarlberg. Dort war er verschiedenen Abteilungen zugeteilt und schließlich längere Zeit Sekretär von Landeshauptmann Herbert Kessler. Diesem blieb er sein Leben lang freundschaftlich verbunden.

Im Oktober 1967 trat er als Direktionsassistent und Leiter der damaligen Hauptabteilung für Rechtsangelegenheiten in die Vorarlberger Illwerke AG ein. Im September 1977 wechselte er zur Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW), wo ihm die Hauptabteilung Rechtswesen übertragen und er gleichzeitig zum Prokuristen bestellt wurde. Im Juli 1979 wurde er in den Vorstand der VKW berufen. In dieser Funktion blieb er bis zu seiner Pensionierung Ende 1995.

In die Zeit seiner Vorstandstätigkeit fiel der Neubau der Kraftwerke Alberschwende, Oberstufe Gampadels, der Baubeschluss für das Kraftwerk Klösterle sowie der Erwerb von Strombezugsrechten am Donaukraftwerk Melk und am Walgauwerk. Besonderes Augenmerk schenkte der Verstorbene der Umgestaltung der VKW von einem Erzeuger und Verteiler von Strom hin zu einem Energiedienstleistungsunternehmen. In seiner Funktionszeit wurde auch der Netzausbau konsequent vorangetrieben und der Aufbau einer möglichst flächendeckenden Erdgasversorgung in den Bezirken Feldkirch und Bludenz betrieben.

Nebenberuflich war er – auf Vorschlag des ÖAAB – ab 1969 über fünfzehn Jahre Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse. Er hat in dieser Zeit die Interessen der Krankenversicherung und der Versicherten seiner Kasse vorbildlich vertreten. Für sein Wirken in dieser Aufgabe wurde ihm 1994 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Einige Jahre war er auch als Obmann der ÖVP Dornbirn und Mitglied der Stadtvertretung politisch engagiert.