Letzte große Wälder Älplerheimkehr

Vorarlberg / 16.09.2022 • 16:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reinelde Simma (l.) und Heidi Egender alias Bergziegen unterhielten die Alptagbesucher.

Reinelde Simma (l.) und Heidi Egender alias Bergziegen unterhielten die Alptagbesucher.

Alphörner und Regen begrüßten Alprückkehrer in Alberschwende.

Alberschwende Noch einmal wurde die Geduld der Autofahrer im Bregenzerwald strapaziert, denn als letzte große Alpabtriebe waren die Herden von den Alpen Ifer und Halden auf dem Weg nach Alberschwende. Jeweils rund 400 Tiere waren dabei mehr als fünf bzw. sieben Stunden unterwegs, ehe sie wieder den Bauern übergeben werden konnten.

In Alberschwende traf freilich nur noch ein Teil des Viehs ein, weil auf dem langen Weg die Vorderwälder Bauern ihre Tiere aus der Herde herausnahmen. Bis zum Ziel des Alpabtriebs auf dem Dorfplatz um die Linde wurde neben dem Vieh der Alberschwender Bauern auch solches von Landwirten „von Land“ getrieben. Dort warteten die Viehtransporter, denn der Weg durch das Schwarzachtobel wird seit vielen Jahren vermieden – zu gefährlich.

Das Ende des Alpsommers war alles andere als ein Spiegelbild der vergangenen Wochen: Lange Hitzeperioden, kaum Niederschläge – für Maria Moosbrugger aus Bizau, die wohl dienstälteste Älplerin, die schon in den 1960er-Jahren als Dreijährige von ihrem Vater mit auf die Alpe genommen wurde und die heuer ihren 57. Alpsommer erlebte, war es deshalb „kein einfacher Alpsommer“.

Ganz anders die Rückkehr ins Tal, denn da war es herbstlich kühl und zum Abschluss des Alptags peitschen immer wieder Regenschauer über den Dorfplatz. Niederschläge, die man sich in den vergangenen Wochen vergeblich gewünscht hatte.

Echte Alpatmosphäre

Dabei hatten die Älpler noch Glück, denn die Herde von der Alpe Ifer kam noch trocken an und deshalb konnten auch die Alberschwender Alphornbläser ihren Willkommengruß planmäßig darbieten, um dann angesichts aufziehender dunkler Wolken ihre Instrumente ins Trockene zu bringen.

Lukas Dür, Andreas Sutterlüty, Kevin Bereuter, Andreas Schedler und Linus Albrecht spielen seit knapp zehn Jahren zusammen und sorgten mit ihren Instrumenten für echte Alpatmosphäre auf dem Dorfplatz. Nach ihnen übernahmen Reinelde Simma und Heidi Egender alias Bergziegen die musikalische Gestaltung des Alptags.

Das „Huozüho“ abzuschließen obliegt im Bregenzerwald traditionell zwei der größten Alpen der Region. Was Ende August mit den Albabtrieben im Hinterwald begonnen hat und über die Rückkehr der Schwarzenberger Alpen sowie den Wöster-Abtrieb fortgesetzt wurde, endet seit Menschengedenken in Alberschwende, wo das Vieh von den Alpen Ifer und Halden heimkehrt. Beide Alpen sind jeweils knapp 1000 Hektar groß, davon sind auf Ifer gut 300 Hektar alpwirtschaftlich nutzbar, auf Halden sind es etwa 250. Gut 400 bzw. etwa 360 Tiere werden auf den beiden Alpen gesömmert. STP

Reinelde Simma (l.) und Heidi Egender alias Bergziegen unterhielten die Alptagbesucher.

Reinelde Simma (l.) und Heidi Egender alias Bergziegen unterhielten die Alptagbesucher.

Der letzte Akt des „Huozühos“: Halden-Urgestein Marianne Metzler sortiert die Glocken, Ifer-Jungälpler Silas hat da noch seine Probleme.

Der letzte Akt des „Huozühos“: Halden-Urgestein Marianne Metzler sortiert die Glocken, Ifer-Jungälpler Silas hat da noch seine Probleme.

Dicht gedrängt wartete das Alpvieh auf die Abholung. Im Hintergrund Viehtransporter, die die Tiere der Bauern aus dem Rheintal übernahmen.
Dicht gedrängt wartete das Alpvieh auf die Abholung. Im Hintergrund Viehtransporter, die die Tiere der Bauern aus dem Rheintal übernahmen.
Lukas Dür, Andreas Sutterlüty, Kevin Bereuter, Andreas Schedler und Linus Albrecht sorgten auf dem Dorfplatz für einen stilgerechten Empfang. STP/5
Lukas Dür, Andreas Sutterlüty, Kevin Bereuter, Andreas Schedler und Linus Albrecht sorgten auf dem Dorfplatz für einen stilgerechten Empfang. STP/5