Booster-Effekt durch Infektion

Vorarlberg / 19.09.2022 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Wer mit der Auffrischung zunächst noch abwarten kann.

schwarzach Vierter Stich, angepasste Vakzine: Rund um die Corona-Impfung gibt es einige Neuerungen. Das Nationale Impfgremium (NIG) hat erst vor kurzem seine Anwendungsempfehlungen aktualisiert. Die VN versuchen, die wichtigsten Fragen zu erklären.

 

Wer soll sich jetzt impfen lassen? „Mit der kalten Jahreszeit und dem Auftreten neuer Varianten sind weitere SARS-CoV-2-Infektionswellen zu erwarten“, hält das NIG in seiner Empfehlung fest. Um die Krankenhäuser zu entlasten und schwere Verläufe zu vermeiden, gelte es, den Impfstatus zu optimieren. Wer also noch nicht geimpft ist, soll das nachholen. Die sogenannte Grund­immunisierung besteht aus drei Impfungen. Danach ist eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

 

Was müssen Genesene beachten? Das NIG verweist darauf, dass respiratorische Infektionen keine „dauerhafte, systemische Immunität“ hinterlassen. Was Corona angeht, sollten Personen ab fünf Jahren also die Grundimmunisierung abgeschlossen haben – selbst wenn sie einmal infiziert waren. Da eine Infektion bei Geimpften aber in der Regel einen Booster-Effekt hat, könnte sich das auf den optimalen Zeitpunkt des nächsten Stichs auswirken.

Den Angaben zufolge schadet es jedenfalls nicht, sich trotz durchgemachter Infektion impfen zu lassen. Wird das empfohlene Intervall unterschritten, wäre die Booster-Antwort aber mitunter eingeschränkt. In Einzelfällen könnten auch Impfreaktionen auftreten.

 

Was heißt das genau? Die Impfung kann möglicherweise verschoben werden. Das betrifft etwa dreimal Geimpfte, die sich mit den Omikron-Varianten BA.1, BA.2 oder BA.4 und BA.5 angesteckt haben. Sie zeigen nach der Infektion eine gute Booster-Antwort und Kreuzimmunität gegen die Untervarianten BA.4 und BA.5, erläutern die Experten des Nationalen Impfgremiums. Vor allem bei unter 60-Jährigen sei bis dann in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten keine Verbesserung des Immunschutzes zu erwarten, der vierte Stich könne also entsprechend verschoben werden.

Wie verändert sich das Schema bei jemandem, der beispielsweise noch gar nicht oder nur einmal geimpft und genesen ist? Es wäre ratsam, sich etwa vier Wochen nach der abgelaufenen Infektion, also dem negativen PCR-Test beziehungsweise der Genesung, impfen zu lassen. Wer schon zwei oder mehr Impfungen hat und ohne Symptome erkrankt ist, kann beim vorgesehenen Schema bleiben, den nächsten Stich aber auch bis zu sechs Monate aufschieben.  Bei einer symptomatischen Infektion gilt das für Menschen unter 60 Jahren. Vor allem Ältere und Risikopersonen könnten sich in diesem Fall aber auch schon früher, im herkömmlichen Schema, impfen lassen.

Wer soll sich prinzipiell ein viertes Mal impfen lassen? Die Empfehlung richtet sich an alle Menschen ab zwölf Jahren. „Insbesondere Personen ab einem Alter von 60 Jahren, Personen mit dem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (inklusive Schwangere) und Personen mit einem erhöhten Expositionsrisiko (Gesundheitspersonal, Personen in Langzeitpflege- oder Betreuungseinrichtungen etc.) ist die vierte Impfung angeraten“, schreibt das NIG. Der empfohlene Abstand zur dritten Impfung beträgt sechs, bei Älteren und Risikopersonen vier Monate. Für die Auffrischung raten die Experten vorzugsweise zu bivalenten mRNA-Vakzinen.

 

Was sind bivalente mRNA-Vakzine? Das sind die neuen, auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe. Davon sind mittlerweile drei für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen und zum Teil auch schon in Österreich verfügbar. Es handelt sich um adaptierte Versionen der ursprünglichen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna, die zusätzlich entweder gegen die Omikron-Untervariante BA.1 oder BA.4 und BA.5 gerichtet sind.

Der auf BA.1 angepasste Impfstoff hat mittlerweile auch schon Vorarlberg erreicht. Diese Untervariante spielt im aktuellen Infektionsgeschehen allerdings keine Rolle mehr. Anders sieht es wiederum mit BA.4 und BA.5 aus. Wie die VN berichteten, könnte dieses Vakzin ab der letzten Septemberwoche nach Vorarlberg ausgeliefert werden. VN-RAM