In die Pflege fließt ordentlich Geld

Vorarlberg / 20.09.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dem Land gehen langsam die Pflegekräfte aus. Das Land versucht, mit allen Mitteln dagegen anzugehen.khbg
Dem Land gehen langsam die Pflegekräfte aus. Das Land versucht, mit allen Mitteln dagegen anzugehen.khbg

Wallner schließt Verlängerung der Diplomausbildung nicht aus.

Bregenz „Diese Frage ist politisch noch nicht vom Tisch.“ Mit dieser Feststellung spielte Landeshauptmann Markus Wallner auf das Auslaufen der Diplomausbildung an den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen an. 2023 beginnt der letzte Diplomkurs, danach soll es für den gehobenen Dienst nur noch die Bachelor-Ausbildung an der Fachhochschule geben. Allerdings läuft es damit aktuell nicht ganz rund. Von 90 Ausbildungsplätzen sind im neuen Studienjahr gerade einmal 62 besetzt. Mit sieben Interessenten werde noch verhandelt, hieß es beim Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Das derzeit zweigleisige System wurde als ein Grund für das geringere Interesse an der Fachhochschul-Ausbildung angegeben. Dennoch schließt Wallner angesichts der massiven personellen Mangelerscheinungen eine Verlängerung der bestehenden Diplomausbildung nicht aus.

Förderungen fließen bald

Gleichzeitig will Vorarlberg mit Nachdruck auf die Realisierung der Pflegelehre pochen. „Sie ist kein Allheilmittel, aber ein weiteres wichtiges Glied in der Angebotskette“, waren sich Wallner und die zuständigen Landesrätinnen Martina Rüscher sowie Katharina Wiesflecker einig. Sicher ist hingegen, dass alsbald die ersten Ausbildungsförderungen zur Auszahlung gelangen. Bekanntlich gibt es als Anreiz 600 Euro. Im September bzw. Oktober fließen rund 300.000 Euro monatlich an etwa 750 Schüler und Studenten. Davon finanziert der Bund zwei, das Land ein Drittel.

Die im Beruf befindlichen Pflegekräfte dürfen spätestens im Dezember mit einem ersten Bonus rechnen, kündigte Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker an. Dafür stellt der Bund jeweils 285 Millionen Euro bereit. Vorarlberg lukriert zweimal etwa 12 Millionen Euro. 2023 sollen alle Pflegekräfte, egal mit welcher Ausbildung, monatlich gut 160 Euro mehr auf dem Gehaltszettel haben. „Diese Anerkennung ist als Zeichen der Wertschätzung und zur Attraktivierung des Berufs dringend notwendig“, betonte Wiesflecker, dass es nicht nur um die Rekrutierung neuer Pflegekräfte gehe, sondern es auch geboten sei, das Personal zu halten.

Plätze in Pflegeschulen belegt

Auf die Gehaltsverhandlungen hat der Bonus keinen Einfluss. Markus Wallner sprach von einer großen Herausforderung, aber: „Wir warten, wie die ersten Branchenabschlüsse ausfallen.“ Immerhin konnte vermeldet werden, dass mit 134 Schülern die Plätze in den Krankenpflegeschulen voll sind. In der Kathi-Lampert-Schule haben 15 Schülerinnen die Ausbildung zur Pflegeassistenz begonnen, in der Schule für Sozialbetreuungsberufe 97. Das bei der connexia eingerichtete Welcome-Center hat sich ebenfalls bewährt. Seit Juni nahmen 331 Personen eine Beratung in Anspruch. „Wir müssen alle erreichen, auch Quer- und Wiedereinsteiger“, lautete die Ansage. VN-MM

„Die Pflegelehre ist kein Allheilmittel, aber ein wichtiges Glied in der Angebotskette.“

In die Pflege fließt ordentlich Geld