PH soll Hilfslehrer unterstützen

Vorarlberg / 21.09.2022 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Studenten beklagen schlechte Kommunikation mit dem Rektor.

Schwarzach. Theresia Domig* ist mit Leib und Seele Lehramtsstudentin. An der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg macht sie die Ausbildung zur Volksschullehrerin. Theresia befindet sich in einem höheren Semester. Zu ihren Höhepunkten in der Ausbildung gehören die Schulstunden, die sie bereits an einer Schule halten darf. „Doch ich weiß nicht, ob ich das heuer machen kann.“ Als Grund nennt Theresia, die sich ihren richtigen Namen nicht zu nennen traut, die mangelnde Unterstützung an der PH Vorarlberg, konkret durch Rektor Gernot Brauchle. „Wir kriegen einfach den Studienstundenplan nicht vor Oktober, sollten den aber zwecks Abstimmung mit der Schule haben. Der Stundenplanmacher bemüht sich, aber der Rektor bremst. Und es ist für uns einfach nicht möglich, mit ihm darüber zu reden und ihn auf unsere Probleme aufmerksam zu machen“, klagt Theresia, die als Sprecherin für mehrere unzufriedene StudentInnen spricht.

Bildungsdirektion als Vermittler

„Die Kommunikation mit der PH ist sicher noch ausbaufähig“, äußert sich Elisabeth Mettauer auf die Frage, wie behilflich die PH Vorarlberg bei der Rekrutierung von dringend benötigten Studenten für den Unterricht an Vorarlberger Schulen ist. Die Bildungsdirektion werde immer wieder von Schulen als Vermittler aufgesucht, wenn es darum geht, Studenten anzustellen und diese Tätigkeit mit dem Studium an der PH abzustimmen.

Heiko Richter, ehemaliger PH-Vizerektor und jetzt Leiter der neu eingerichteten Projektstelle „Arbeitsplatz Schule“, sieht die Potenziale einer für alle Seiten befriedigenden Kommunikation ebenfalls noch nicht ausgeschöpft. Den Rektor will er jedoch nicht als Schuldigen für Mängel ausmachen. „Ich bin mit den zuständigen VizerektorInnen im Gespräch, um alle Möglichkeiten für eine optimale Zusamenarbeit auszuloten.“

Richter räumt ein, dass Lehramtsstudenten zu den wichtigsten Quereinsteigern im Lehrberuf zählen. Der Projektverantwortliche ist um jede qualifizierte Lehrperson froh, die er für das heimische Schulwesen gewinnen kann. Genau das ist auch seine Aufgabe. Als ehemals hochrangiges Mitglied der PH Vorarlberg versteht er jedoch auch die andere Seite. „Studentinnen und Studenten müssen sich bis zum vierten Semester ausschließlich auf ihr Studium konzentrieren. Erst danach werden sie auf Basis einer soliden Grundbildung für uns interessant. Und natürlich sollten wir uns dann auch optimal mit der Pädagogischen Hochschule abstimmen.“

Bachelor in drei Jahren

Die Rekrutierung von möglichst qualifizierten Kolleginnen und Kollegen für den Schuldienst liegt auch ganz im Sinne der Lehrervertretung. „Da müssen sich alle Beteiligten auf Augenhöhe an einen Tisch setzen, um die bestmöglichen Lösungen zu finden“, fordert Lehrervertreter Witzemann. Mit Brauchle war er sich zuvor wegen der Ausbildungsschwerpunkte bereits in den Haaren gelegen. Zu wissenschaftlich, praxisfremd und daher wenig attraktiv fand Witzemann diese. Das hatte ihm eine harsche Reaktion des Rektors eingebracht.

Kritisiert wird von vielen Seiten mittlerweile die Studiendauer bis zum Lehramt. „Der Bachelor sollte in drei statt in vier Jahren zu machen sein, damit die Studierenden dann gleich in den Lehrdienst einsteigen können“, sind sich Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Lehrervertretung einig.

Rektor Gernot Brauchle meldete sich am Mittwochabend noch zu Wort. Er verwehrt sich vehement gegen die Kritik der Studenten, die ihm Unzugänglichkeit vorwerfen. „Das ist eine Unterstellung. Bei mir hat sich zum Thema Unterrichtstätigkeit niemand gemeldet. Dabei wäre meine Tür eigentlich immer offen. Und mit der Stundenplanerstellung habe ich nichts zu tun.“ VN-HK

 * Name von Redaktion geändert

Meine Tür ist für die Studenten immer offen. Aber es hat sich bei mir niemand gemeldet.“