Rhesi im Spannungsfeld der Extreme

Vorarlberg / 21.09.2022 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für Rhesi werden am Rhein allerlei Untersuchungen gemacht. Das Projekt ist mit extremen Haltungen konfrontiert. VN/Hartinger
Für Rhesi werden am Rhein allerlei Untersuchungen gemacht. Das Projekt ist mit extremen Haltungen konfrontiert. VN/Hartinger

Mehr Flussaufweitung kontra Ablehnung der Damm­abrückung.

ST. MARGRETEN, KOBLACH Im November wollen die Verantwortlichen des Projekts Rhein-Erholung-Sicherheit (Rhesi) endlich ein verfahrenstaugliches Bauvorhaben präsentieren – vn.at berichtete. Widerstand und Argwohn sind ihnen dabei jetzt schon sicher. Die Gruppe RheSiNat wird weiterhin vehement gegen jegliche Abrückung des Außendamms Richtung Siedlungsgebiet bei Koblach auftreten, die Umweltgruppen auf beiden Seiten ihrerseits noch mehr Aufweitung verlangen und die Nutzungsberechtigten qualitativ gleichwertige Abtauschflächen einfordern. „Für uns gibt es zu wenige Aufweitungen des Rheins, um das Projekt ökologisch ausreichend zu gestalten“, sagt Bianca Burtscher, Sprecherin des Vorarlberger Naturschutzbundes. Laut Burtscher haben Studien bewiesen, dass die verschiedenen Aufweitungszonen nicht mehr als maximal fünf Kilometer voneinander entfernt sein dürfen, um die gewünschte ökologische Wirkung zu erzielen.

„Von Lustenau/Widnau weg bis zur Bodenseemündung gibt es beim vorliegenden Projekt keine wirkliche Aufweitung mehr. Das sind circa 13 Kilometer.“

Abstimmung mit Kollegen

Zufrieden zeigt sich Burtscher dennoch mit der Informationsmoral und der Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen. Man werde sich kommende Woche mit den Planern treffen und die aktuelle Situation erörtern, erzählt Burtscher.

Abstimmen wollen sich die Vorarlberger Umweltaktivisten mit ihren Kollegen aus der Schweiz und aus Liechtenstein bezüglich der weiteren Vorgangsweise. „Wir von der Plattform ‘Lebendiger Alpenrhein’ wollen mit einer Stimme sprechen“, macht die Natuschutzbund-Sprecherin klar.

Skepsis in Koblach

Skeptisch bleiben Nutzungsberechtigte der in Koblach für die Rhesi-Pläne gebrauchten Flächen. Gemüsebauer Jürgen Meusburger formuliert seine Skepsis so: „Uns wäre immer noch am liebsten Variante eins: keine Dammabrückung. Doch wenn sie halt trotzdem unabwendbar ist und die damit verbundenen Grundstücksabtäusche kommen, dann wollen wir auf alle Fälle keine schlechteren Böden als jene, die wir jetzt haben.“ Meusburger beschäftigt vor allem eine Frage: „Kann man den Ehbach zuschütten, oder nicht? Wenn diese Frage bei einer UVP negativ beantwortet wird, dann hieße es zurück an den Start.“ VN-HK