Falsches Beweismittel vernichtet

Vorarlberg / 23.09.2022 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte (r.) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Eckert
Der Angeklagte (r.) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Eckert

Dreifacher Vater wegen Kinderporno auf Handy verurteilt.

Feldkirch Der 53-jährige Unterländer durchforstet gerne die Sozialen Medien. Dort stößt man auf einiges, unter anderem auch einmal auf eine Kinderpornodatei. „Ich habe sie gar nicht angeschaut“, behauptet der nun am Landesgericht Feldkirch angeklagte Arbeiter. Auf einer auf seinem Handy sichergestellten Videodatei war ein kleiner Junge zu sehen.

Ein Unbekannter habe den Angeklagten aufgefordert, die Datei weiterzuleiten. Das habe er dann einfach gemacht. „Es kann sein, auch mehreren“, räumt der Mann ein und ergänzt, dass das Ganze ja schon ein Jahr her sei und er sich nicht mehr so genau erinnern könne.

Haussegen hängt schief

Durch die üblichen Überprüfungen blieb das Video in einem dementsprechenden Filter hängen, es kam zur Hausdurchsuchung. Die Familie war schockiert. „Mein Mandant hat dadurch jetzt enorme familiäre Probleme“, so die Verteidigerin. Doch damit nicht genug. Die Polizei schaute zusätzlich noch am Arbeitsplatz des Mannes vorbei, um allfällige Kinderpornos zu sichern.

Gefunden wurde nichts, doch das Auftauchen der Polizei beim Arbeitgeber war nicht gerade vertrauensfördernd. Der Angeklagte weint, bereut sein Verhalten, gesteht, dass der Strafantrag richtig sei und hofft, keine Haftstrafe zu bekommen. Die Verteidigerin versucht noch eine Diversion (außergerichtlicher Tatausgleich) zu bekommen, doch die Richterin lehnt ab. Der Spezialprävention wegen, also um andere vor derartigen Taten abzuschrecken, lässt die Judikatur in der Regel bei Kinderpornografie keine Diversionen zu.

Falsches Handy entsorgt

Als die Polizei beim Arbeiter vorbeischaute, kam er so in Panik, dass er versehentlich sein neues, teures Handy in einem Silo entsorgte. In dem Silo werden Sägespäne weiterverarbeitet, das Handy war somit kaputt.

Auf dem betreffenden Gerät waren aber gar keine verwerflichen Bilder gespeichert. Der Mann hatte nur im Stress überreagiert. Er wird zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt. Die kann er in zwölf Monatsraten abstottern.

Das Urteil, so bittet er, solle man an die Anwältin und nicht zu ihm nach Hause schicken, sonst beruhige sich die Situation dort nie. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.