Wie sich Fußballvereine für den Kinderschutz einsetzen

Vorarlberg / 23.09.2022 • 19:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie sich Fußballvereine für den Kinderschutz einsetzen
Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker und Andreas Kopf, Sportdirektor des Vorarlberger Fußballverbands, wollen mit der Kampagne eine breite Öffentlichkeit erreichen. Serra

28 Vorarlberger Fußballmannschaften setzen Zeichen gegen Gewalt in der Erziehung.

Lauterach An den kommenden beiden Oktoberwochenenden werden an vielen Fußballplätzen im Land Zeichen gegen Gewalt in der Erziehung gesetzt. “Gewalt gegen Kinder und Jugendliche findet leider nach wie vor tagtäglich in unserem Lebensumfeld statt. Dagegen müssen wir als Gesellschaft antreten”, erklärt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne).

Um die breite Bevölkerung zu sensibilisieren, sei es wichtig, das Thema dort anzusprechen, wo viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen. Aus diesem Grund wird die Kampagne des Sozialfonds Vorarlberg in Kooperation mit dem Vorarlberger Fußballverband realisiert. Insgesamt 28 Mannschaften aus der ersten und zweiten Bundes-, Elite- und Vorarlbergliga sind eingebunden.

Andreas Kopf und Katharina Wiesflecker bei der Präsentation der Kampagne. <span class="copyright">VN/MIH</span>
Andreas Kopf und Katharina Wiesflecker bei der Präsentation der Kampagne. VN/MIH

1989 wurde gleichzeitig mit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention das Gewaltverbot in der Erziehung in Österreich gesetzlich verankert. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache, wie Wiesflecker hervorhebt: “Je nach Definition und Erhebungsmethode sind zwischen sieben und 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von Gewalt in der Erziehung betroffen. Sieben Prozent davon erleben schwere Formen von Gewalt.“ Gleichzeitig würden zu wenige Menschen überhaupt darüber Bescheid wissen, dass es ein Gewaltverbot in der Erziehung gibt: „2009 wussten nur gut ein Drittel der befragten Eltern über das Gesetz Bescheid, fünf Jahre später immerhin knapp 60 Prozent.“

 In den Vorarlberger Fußballvereinen spielen zurzeit insgesamt 6772 Kinder, davon werden laut einer durchgeführten Studie 474 zuhause geschlagen. Mit der Kampagne sollen sowohl Kinder als auch Eltern angesprochen werden. „Die Jugendlichen von heute sind das Kapital unserer Gesellschaft von morgen und wir müssen gemeinsam alles daransetzten, dass jede Form von Gewalt in den verschiedensten Bereichen wie Familie, Schule, Sport und Freizeit keinen Platz hat”, betont auch Sportdirektor Andreas Kopf. Die Aktionen, die an den kommenden beiden Wochenenden gemacht werden, reichen von Bannern, die von Spielern präsentiert werden bis hin zu bedruckten Fußbällen, die vom Spielfeld ins Publikum geworfen werden.

Die Vorarlberger Fußballfamilie setze zudem in eigenen Projekten Impulse, die sich positiv auf Vereinskultur und Umgangsformen im Fußballsport auswirken sollen. So wurde etwa im neu erstellten Leitfaden “Teamplay” die Fachkompetenz von Ingrid Ellensohn zur Rate gezogen. Die Sozialberaterin wirkte in der Erstellung ebenso mit wie Mario Enzinger von der IfS-Gewaltberatung. Grund dafür war die „spürbar höhere Intensivität an Gewaltbereitschaft.”

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