Sechs Jahre Haft für Gewalttäter

Vorarlberg / 26.09.2022 • 22:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach einem ganztägigen Prozess wurde der 54-jährige Angeklagte am Landes­gericht wegen mehrerer Straftaten schuldig gesprochen. EC
Nach einem ganztägigen Prozess wurde der 54-jährige Angeklagte am Landes­gericht wegen mehrerer Straftaten schuldig gesprochen. EC

Ehefrau brach nach 20 Jahren Ehe ihr Schweigen. Ex-Gatte wegen Vergewaltigung verurteilt.

Feldkirch Über zwei Jahrzehnte waren sie verheiratet, haben mehrere gemeinsame Kinder. Doch das Martyrium begann für die Frau kurz nach der Hochzeit, noch in ihrer Heimat in Ex-Jugoslawien. Doch im Ausland hat Österreich keine Strafverfolgungsbefugnis, weshalb der relevante Tatzeitraum erst mit dem Umzug nach Österreich beginnt. Sechs Jahre lang, so die mittlerweile Geschiedene, habe sie der Mann an diversen Wohnorten in Österreich zirka einmal im Monat im gemeinsamen Schlafzimmer vergewaltigt.

Die Kinder hätten es zum Teil mitbekommen. Diese zu schützen, sei ihr wichtigstes Motiv gewesen, die Taten so lange zu verschweigen. Der heute 54-jährige Arbeiter habe sie festgehalten, ihr mit dem Umbringen gedroht.

Drohungen und Schläge

Auch den Kindern werde er die Rippen brechen, sollte sie nicht gefügig sein, so seine Worte. Oft zerriss er ihr die Kleidung, wenn sie versuchte, ihm zu entkommen. Er schlug ihr mit den Fäusten gegen den Kopf, riss sie an den Haaren, stieß sie zu Boden. „Ich werde dir die Wirbelsäule brechen, danach bist du behindert“, drohte der Gewalttäter. Auch für den Fall, dass sie eine Beziehung mit einem anderen eingehen sollte, stellte er ihr den Tod in Aussicht. Blaue Flecken und andere Blessuren versuchte die Frau zu verheimlichen. Sie wolle vor allem ihre Kinder aus den Konflikten raushalten. Der Angeklagte selbst sagt, es habe nie eine Vergewaltigung gegeben. Überhaupt sei er abends viel zu müde für Sex gewesen, denn er habe oft bis 22 Uhr arbeiten müssen. Es sei alles erfunden. Die Frau sei monatelang weg gewesen, habe den Kindern Drogenkonsum erlaubt und sogar geduldet, dass sich diese der Prostitution hingeben, so die Verleumdungen des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft klagt zusätzlich an, dass auch zwei der Kinder von ihrem Vater geschlagen und verletzt wurden. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Martin Mitteregger kommt nach einem ganztägigen Prozess zum Urteil: Schuldig wegen mehrerer Straftaten, unter anderem wegen Vergewaltigung. Strafhöhe: sechs Jahre Gefängnis. Der Mann wird wegen Fluchtgefahr angesichts der hohen Strafe sofort aus dem Saal verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Opferanwalt Surena Ettefagh kann für die Frau 10.000 Euro Schmerzengeld erkämpfen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

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