Vieles deutet auf ein ÖVP-SPÖ-Bündnis hin

Vorarlberg / 26.09.2022 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ war über Zoom zugeschaltet. APA
Der Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ war über Zoom zugeschaltet. APA

Volkspartei schließt nach der Landtagswahl in Tirol aber nur eine Zusammenarbeit mit der FPÖ aus.

innsbruck, schwarzach Die Landtagswahl in Tirol ist geschlagen. Die ÖVP ist mit 34,7 Prozent auf ihr bisher schlechtestes Ergebnis im benachbarten Bundesland abgestürzt, blieb aber stärkste Kraft. Auch für die Grünen setzte es Verluste; es sieht aktuell stark danach aus, dass sie aus der Regierung fliegen. Derzeit scheint es auf die Rückkehr einer ÖVP-SPÖ-Koalition hinauszulaufen.

Nicht mit FPÖ

Parteichef Anton Mattle hat  ein Bündnis mit der FPÖ ausgeschlossen. Er teilte am Montag mit, dass es mit allen anderen Parteien Sondierungen über die Regierungsbildung geben werde. Für Aufsehen sorgte indes zuvor Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, indem er sich gegen eine Dreier-Variante mit den Neos aussprach. Neben einer ÖVP-SPÖ-Koalition bliebe der Volkspartei somit nur eine unwahrscheinliche Zusammenarbeit mit der Liste Fritz und den Grünen. Noch am Wahlabend hatte SPÖ-Landeschef Georg Dornauer erklärt, seine Partei werde sicher nicht um jeden Preis in eine Regierung gehen.

Die SPÖ kam auf 17,5 Prozent der Stimmen, die FPÖ steigerte sich deutlich auf 18,9 Prozent. Die Liste Fritz lag bei 9,9, die Grünen bei 9,2 und die Neos bei 6,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 65 Prozent.

Bei Vorarlberg LIVE am Montag analysierte der Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“, Alois Vahrner, das Ergebnis. „Es hat sehr viele Umfragen gegeben, die die ÖVP unter 30 Prozent gesehen haben“, erklärte er. Umso größer sei die Erleichterung nun in der Partei, dass sie dann doch über 34 Prozent erreichte, was Mattle als Schmerzgrenze definiert habe. „Das Bild ist sehr diffizil“, sagte Vahrner, befragt zu den Gewinnern bei der Wahl. Trotz massivem Stimmenverlust fühle sich die ÖVP doch wie ein Wahlsieger. „Wenn man unter 30 Prozent gelandet wäre, hätte es sicher das große Erdbeben gegeben, mit Personalwechsel und so weiter.“ Zu den Gewinnern zählte der Chefredakteur auch die Liste Fritz, die ihre Anteile verdoppeln konnte, und die FPÖ. Letztere ist nun vor der SPÖ zweitstärkste Partei in Tirol.

Wenn man unter 30 Prozent gelandet wäre, hätte es sicher das große Erdbeben gegeben, mit Personalwechsel und so weiter.

Mattle und Dornauer Eine künftige Zweier-Koalition wäre zwischen ÖVP und SPÖ möglich.

Mattle und Dornauer Eine künftige Zweier-Koalition wäre zwischen ÖVP und SPÖ möglich.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.