Ausbau der Hafenhaltestelle auf Schiene

Vorarlberg / 27.09.2022 • 21:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit der Mehrheit von Grünen und ÖVP der Bregenzer Stadtregierung soll die Haltestelle Bregenz-Hafen ausgebaut werden.
Mit der Mehrheit von Grünen und ÖVP der Bregenzer Stadtregierung soll die Haltestelle Bregenz-Hafen ausgebaut werden.

Grüne und ÖVP in Bregenz haben Bürgermeister Ritsch überstimmt. Weichen für Ausbau im Stadtrat gestellt.

BREGENZ Lange schien alles eitel Wonne. Mit einer gemeinsamen Willenserklärung von Stadt Bregenz, Land Vorarlberg und den ÖBB war der für die neuen längeren Zuggarnituren notwendige Ausbau der Haltestelle Bregenz-Hafen eigentlich schon auf Schiene. Zuletzt haben Bürgermeister Michael Ritsch und seine Fraktion aber eine neue Position eingenommen.

Mit der Verlängerung der Haltestelle und des zweiten Stutzgleises würde der zweigleisige oberirdische Ausbau der Strecke von Bregenz nach Lochau vorangetrieben, argumentierte der Stadtchef. Zudem seien Hauptbahnhof, Hypounterführung und Hafenhaltestelle so nahe beieinander, dass die 20-Millionen-Euro-Investition nicht zu rechtfertigen sei. Ein weiteres Bahn-Infrastrukturprojekt in Bregenz stand auf der Kippe.

Unterstützung

Die Ausbaupläne wurden in den letzten Tagen zum politischen Gezerre. Unterstützung erhielt Ritsch von der Genossenschaft „mehramsee“, die sich direkt an die Bregenzer Stadtvertreter wandte. Der Ausbau wäre jedenfalls gleichzeitig der Startschuss für die Vorbereitungen des oberirdischen zweigleisigen Ausbaus. Es solle doch auch eine Auflassung der Haltestelle in Erwägung gezogen werden, hieß es in einem Schreiben.

Der Appell blieb ungehört. Die Mehrheitsverhältnisse in der Stadtregierung machen es möglich. Im Spiel der freien Kräfte mit den Stimmen der Grünen und der ÖVP sind die Weichen jetzt gestellt: die Haltestelle soll bleiben und für die zukünftigen Bedürfnisse adaptiert werden. Die Pläne sehen eine Verlängerung des Bahnsteigs von 140 auf 220 Meter vor. Der Übergang beim „Gelben Haus am See“ muss aufgelöst und zum Parkplatz auf Höhe der Kaserne verlegt werden. Er bleibt notwendig, damit Einsatzfahrzeuge und Lieferanten die Schienen queren können.

ÖVP und Grüne dafür

Ein Signal für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sah ÖVP-Stadtvertreterin Veronika Marte in der Entscheidung ihrer Fraktion. Die Haltestelle zähle mit 4100 Zu- und Ausstiegen täglich zu den beliebtesten des Landes.

Auch für die grüne Vizebürgermeisterin Sandra Schoch ist der Haltestellenausbau alternativlos. „Wir wollen uns nicht in Geiselhaft für eine Vision nehmen lassen, die vielleicht erst in Jahrzehnten realsiert wird. Wir brauchen jetzt eine Verbesserung.“ Gleichzeitig seien aber auch ÖBB und das Land in der Pflicht. Die langen Schrankenschließzeiten würden immer mehr zum Problem. Es gelte auch hier Lösungen zu finden, etwa bei der Finanzierung der „Snake“, einem von den Bregenzer Grünen ins Spiel gebrachten Übergang im Schienenbereich am Hafen.

Bahnkunden, die schon jetzt die Haltestelle Hafen nutzen, dürfte die Stadtratentscheidung freuen. Der Dornbirner Günther Bode (57) ist Leher an der nahe gelegenen Musikmittelschule. „Gerade nach einem langen Schultag bin ich sehr froh über den kurzen Weg zum Bahnhof Hafen.“ Auch für Schülerinnen und Schüler sei es wesentlich angenehmer, wenn sie im Dunkeln nicht bis zum Hauptbahnhof laufen müssen.

Ähnlich argumentiert HTL-Schüler Laurin Ertl (15) aus Lauterach. „Wenn es die Haltestelle nicht mehr gäbe, würde ich mit dem Bus oder Moped zur Schule fahren.“ VN-MIG

Übergang beim „Gelben Haus am See“ soll aufgelöst werden. VN/Gasser
Übergang beim „Gelben Haus am See“ soll aufgelöst werden. VN/Gasser
Gerade nach einem langen Schultag bin ich sehr froh über den kurzen Weg zur Haltestelle. Auch für Schülerinnen und Schüler ist es wesentlich angenehmer, wenn sie im Dunkeln nicht bis zum Hauptbahnhof müssen. Günther Bode, 57, Lehrer Musikmittelschule

Gerade nach einem langen Schultag bin ich sehr froh über den kurzen Weg zur Haltestelle. Auch für Schülerinnen und Schüler ist es wesentlich angenehmer, wenn sie im Dunkeln nicht bis zum Hauptbahnhof müssen. Günther Bode, 57, Lehrer Musikmittelschule

Ich nutze die Haltestelle Bregenz-Hafen für meinen Schulweg mehrmals täglich. Das ist wie bei den meisten meiner Schulkollegen. Wenn es die Haltestelle nicht mehr gäbe, würde ich mit dem Moped oder Bus fahren. Laurin Ertl, 15, HTL-Schüler

Ich nutze die Haltestelle Bregenz-Hafen für meinen Schulweg mehrmals täglich. Das ist wie bei den meisten meiner Schulkollegen. Wenn es die Haltestelle nicht mehr gäbe, würde ich mit dem Moped oder Bus fahren. Laurin Ertl, 15, HTL-Schüler

Sandra Schoch (Grüne) sieht jetzt ÖBB und Land bei Überführung in der Pflicht.
Sandra Schoch (Grüne) sieht jetzt ÖBB und Land bei Überführung in der Pflicht.

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