#vorarlbergspartenergie: So werden Vorarlbergs Stromkunden entlastet

Vorarlberg / 27.09.2022 • 10:26 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
#vorarlbergspartenergie: So werden Vorarlbergs Stromkunden entlastet
VN/Rhomberg, illwerke vkw

Land Vorarlberg präsentiert am Dienstag Energie-Initiative. Darauf können sich die Vorarlberger Haushalte einstellen.

Bregenz Das Land Vorarlberg, die Vorarlberger Energieversorger, das Energieinstitut und die Caritas starten unter dem Motto #vorarlbergspartenergie angesichts der gestiegenen Energiekosten eine neue Energiesparaktion. Offiziell präsentiert wird sie im Pressefoyer am Dienstagmittag, doch erste Details wurden bereits am Vormittag publik.

Zentraler Anreiz zum Energiesparen wird ein neuer Bonus für jene Haushalte, die im Vergleich zum Vorjahr Energie, sei es Strom oder Gas, einsparen konnten. Wer im Vergleich zur Jahresabrechnung 2022 fünf Prozent Energie einspart, soll mit einem Bonus von 50 Euro auf seine Abrechnung oder einem entsprechenden Sachwert belohnt werden. Jene Haushalte, die zehn Prozent einsparen, erhalten 100 Euro gutgeschrieben. Diese erfolgt jeweils als Gutschrift auf die Stromrechnung, sofern dies die Strompreisbremse erlauben wird. Sollte dies kontraproduktiv zur gewollten Entlastung wirken, werde man Alternativen suchen. In Kombination mit weiteren Förderangeboten und Prämien sollen so bis zu 200 Euro möglich sein. Aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit zum Vorjahreszeitraum werden jene, die in dem Zeitraum umgezogen sein werden, nicht von dem Anreiz profitieren können.

Alle Infos zu #vorarlbergspartenergie mit Tipps und Modellrechnungen

https://energiesparen.vkw.at/

Diese Maßnahme ergänzt damit die Förderungen des Bundes. So erhalten einkommenschwache Haushalte einen Strombonus von 40 bis 120 Euro. Hinzu kommt der Energiekostenausgleich des Bundesfinanzministeriums in Höhe von 150 Euro, der noch bis zum 31. Oktober angefordert werden kann.

<p class="caption">Das Energieinstitut will Tipps für ein effizienteres Haushalten anbieten. <span class="copyright"><span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span>VN/Steurer</span></p>

Das Energieinstitut will Tipps für ein effizienteres Haushalten anbieten.  VN/Steurer

Daneben sind noch die Präsentation von Energiespartipps und weitere Anreize geplant. So werden im Rahmen der Initiative laufend Energiespartipps präsentiert.

“Bester Speicher hilft nichts, wenn man ihn nicht anzapfen kann”

“Ich denke, dass bei der Bevölkerung angekommen ist, dass jede eingesparte Kilowattstunde eine wertvolle ist”, betont Wallner. Vorarlberg habe bereits den Ruf eines Energiesparlandes, entsprechend hoch sei die Erwartungen an den Erfolg der Initiative. Er betont die Bemühungen des Landes und der Gemeinden, in den Verwaltungsgebäuden die Temperatur auf 19 Grad Celsius zu senken, in der Kinderbetreuung und Pflege werden es 22 Grad bleiben.

<p class="caption">Die Schattenburg und andere Landmarken bleiben künftig dunkel. <span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="copyright">VN/Stiplovsek</span></p>

Die Schattenburg und andere Landmarken bleiben künftig dunkel.  VN/Stiplovsek

Auch bei der Beleuchtung und der Nutzung von Elektrogeräten werde man Optimierungen anstreben, auch das Thema Weihnachts- und Außenbeleuchtung werde in den Blick gefasst. So sind Landesbedienstete zu Tempo 100 bei Dienstfahren angehalten, vermehrt die Treppe statt den Lift zu benutzen und Sitzungen vermehrt digital abzuhalten. Auch die Außenbeleuchtung von Landesgebäude werde auf das notwendige Mindestmaß reduziert.

Den Besuch der Energieministerin Leonore Gewessler am Montag nutzte Wallner, um Druck hinsichtlich des Gastransportabkommens mit Deutschland zu machen. “Der beste Speicher hilft nichts, wenn man ihn nicht anzapfen kann”, wiederholt der Landeshauptmann mit Nachdruck. Auch die Wirtschaftshilfen des Bundes müsse endlich in den Gang kommen.

Solidarität bleibt gefordert

Für die Unternehmen sei es angesichts der Energiepreise “ein Gebot der Vernunft”, Energie zu sparen, sieht Wallner keine Notwendigkeit für zusätzliche Vorschriften. Landesrat Daniel Zadra betont die russischen Bemühungen, die europäische Nachkriegsordnung mit Energie als Waffe zu zerstören. Entsprechend wichtig sei diese Initiative als klares Signal. Bereits die Pandemie habe hohe Ansprüche an die Solidarität der Bevölkerung gefordert, dennoch müsse man wieder an diese appellieren. Man dürfe sich nicht vom vollen Gasspeicher blenden lassen, jedes eingesparte Kilowattstunde Gasenergie werde die Industrie noch gut benötigen können. “Kleinvieh gibt Mist”, betont der Landesrat.

Hausaufgaben gemacht

Illwerke-vkw-Vorstandsmitglied Helmut Mennel betont die Bemühungen Österreichs, elf Prozent Energie einzusparen und die Speicher zu füllen. “Jede eingesparte Kilowattstunde hilft, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten”, betont auch Mennel. Er verweist auf die beschlossene Boni auf die Stromrechnung und die günstigen Strompreise in Vorarlberg. Nun müsse man noch sehen, wie die Strompreisbremse des Bundes definiert wird. “Wir gehen mit Zuversicht in den kommenden Winter”, sieht Mennel die Hausaufgaben gemacht.

Weniger Weihnachtsbeleuchtung empfohlen

Dass auch die Gemeinden ihren Teil zu tragen haben, bestäigt Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann. Als sofort wirksame Maßnahmen habe man mit dem Land akkordiert und eine Handlungsempfehlung ausgearbeitet. Neben der Temperaturabsenkung in den Büros umfasst dies auch weniger Warmwasser zu verwenden und die Außenbeleuchtung einzuschränken. Dies reicht von Flutlichtanlagen bis zur Weihnachtsbeleuchtung.

Bei der Weihnachtsbeleuchtung wollen die Gemeinden im Gleichschritt kleiner treten. <span class="copyright">VN/STeurer</span>
Bei der Weihnachtsbeleuchtung wollen die Gemeinden im Gleichschritt kleiner treten. VN/STeurer

In Dornbirn selbst, wo sie Bürgermeisterin ist, werde die Beleuchtungsdauer insgesamt um 40 Prozent reduziert, der Eislaufplatz am Weinhachtsmarkt werde aus Kunststoffplatten bestehen, wie sie vergangenes Jahr am Tennisplatz erprobt wurden.

Neue Broschüre

Das Energieinstitut legt als unterstützende Maßnahme seine Energiespar-Broschüre neu auf. Diese wird auch für fremdsprachige Communities adaptiert und mit Tipps auf der Webseite und den sozialen Medien, vor allem Youtube, unterstützt. Ergänzt wird dies durch die klassische Energieberatung des Energieinstituts.

Walter Schmolly von der Caritas verweist auf die sozialen Aspekte des Energieverbrauchs. Gerade einkommensschwache Haushalte leben oft in schlecht isolierten Gebäuden mit veralteten Heizungen und haben nur entsprechend wenig Optionen, Energie einzusparen. Hier helfe der Energiesparcheck der illwerke vkw und Caritas, die vor Ort helfen, Energie und Geld zu sparen, um das Haushaltsbudget zu verbessern. Um die Energiewende und die jetzige Krise zu bewältigen, sei es gerade notwendig, die soziale Schere in Vorarlberg und Europa nicht zu groß werden zu lassen, fordert Schmolly.

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