„Die Wohnungssuche wird immer schwieriger“

Vorarlberg / 28.09.2022 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ferdinand Koller berichtet von steigenden Beratungszahlen. VN/Serra
Ferdinand Koller berichtet von steigenden Beratungszahlen. VN/Serra

Rund 900 Menschen suchten im Vorjahr Hilfe bei der dowas-Beratung.

Bregenz Das Leben ist nicht immer fair. Manche trifft es hart. Seit mittlerweile 40 Jahren unterstützt der Verein „dowas“ Menschen, die in Not geraten sind. Über 200 Personen fanden im vergangenen Jahr bei dem Ort für Wohnungs- und Arbeitssuchende in Bregenz einen Übernachtungsplatz in der Notschlafstelle. Rund 900 Unterstützung in der Beratungsstelle.

Herausforderung für Familien

„Die Problemlagen werden immer komplexer und die Wohnungssuche wird immer schwieriger“, berichtet Beratungsstellenleiter Ferdinand Koller und fügt hinzu: „Außerdem ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt groß. Die Vermieter können sich ihre Mieter aussuchen.“ Probleme, eine leistbare Unterkunft zu finden, hätten unter anderem auch Familien mit vielen Kindern.

„Die Preise gehen durch die Decke und im gemeinnützigen Sektor wird zu wenig gebaut“, meint Koller. 130 Mal hätten im Vorjahr Menschen abgewiesen werden müssen, weil alle Plätze belegt waren.

Einen Schlüssel zur Verbesserung der Situation sieht der Beratungsstellenleiter auch im Zugang zum gemeinnützigen Wohnbau. „Ob jemand eine Wohnung bekommt, wird daran gemessen, wie lange jemand schon in der Gemeinde wohnt und nicht hinsichtlich des Wohnbedarfs“, erzählt Koller. „Das ist natürlich auch für junge Leute ein Nachteil.“

Fragen zum Klimabonus

Ein weiteres Thema, mit dem die dowas-Berater derzeit oft zu tun haben, ist der Klimabonus. „Man muss mindestens ein halbes Jahr gemeldet sein, um diesen zu bekommen. Eine Gruppe, die das Geld sehr dringend bräuchte, kriegt es nicht“, sagt Koller.

Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Vereins möchten die dowas-Verantwortlichen nun auch im Rahmen eines Symposiums auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam machen. Auf EU-Ebene gibt es das Ziel, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Im Rahmen der Veranstaltung im Theater Kosmos soll nun mit Experten und Vertretern aus der Politik darüber diskutiert werden, was die Strategien für Vorarlberg bedeuten und was getan werden kann. VN-mef

Aus der Statistik

209 Menschen übernachteten im vergangenen Jahr in der dowas-Notschlafstelle.

859 Klientinnen und Klienten suchten bei den Mitarbeitern der Beratungsstelle Hilfe.

 

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