Eine Mutter entkommt der Drogenhölle

Vorarlberg / 29.09.2022 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Mitvierzigerin war drogenabhängig und ist heute clean.
Die Mitvierzigerin war drogenabhängig und ist heute clean.

Eine rauschgiftsüchtige Frau fand zu Gott und schaffte den Ausstieg aus den Drogen.

Schwarzach Die Eltern von Beate (Name geändert) waren krank. Ihre Mutter und ihr Vater waren nach Alkohol süchtig. Beate und ihre jüngere Schwester litten darunter. Beates früheste Erinnerung ist alles andere als schön. „Ich schätze, dass ich um die drei Jahre alt war. Papa stand vor dem Gitterbett und fragte mich und meine Schwester: ,Wer von euch möchte zuerst geschlagen werden?‘ Ich kletterte übers Gitter. Dann schlug er mich windelweich.“ Vermutlich war es für sie und ihre Schwester ein Glück, dass sich ihre Eltern kurz darauf trennten. Denn nun war der aggressive Vater aus ihrem Leben verschwunden.

Aber die Mutter war als Alleinerzieherin überfordert. „Mama litt an schweren Depressionen. Sie suchte im Alkohol Trost. Als Quartalstrinkerin hatte sie totale Abstürze.“ Die Misere war groß. Aber es gab einen Anker im Leben des Kindes: „Meine Oma wohnte im oberen Stock. Ich konnte immer zu ihr gehen. Sie war fürsorglich, bereitete mir Essen zu und gab mir eine Jause mit.“

In der Schule eine Außenseiterin

Im Kindergarten saß Beate bloß im Eck. „Ich war eingeschüchtert und traute mich nicht mit den anderen Kindern zu spielen.“ Auch als Schülerin mangelte es ihr an Selbstbewusstsein, ihr gesenkter Blick, ihr scheues Verhalten, machten sie zur Außenseiterin. „Ich war oft der Sündenbock.“ Als Hauptschülerin trank sie mit einer Freundin zum ersten Mal Alkohol. „Der Wein machte mich lustig.“

In der Disco tanzte sie gerne ab. Einmal fragte sie dort ein junger Mann, ob sie ihn nach Zürich in ein Tanzlokal begleite. Beate erzählt, was auf dem Weg dorthin passierte: „Auf der Autobahn zog er ein Säckchen hervor und sagte zu mir: ,Nimm auch eine Pille. Dann bist du gut aufgelegt und läufst wie auf Wolken.‘“ Die 15-Jährige warf sich ihre erste Ecstasy-Pille ein. „Auf einmal fühlte ich mich wohl und leicht. Das war mein Einstieg in die Drogen.“

Ihre Psyche spielte verrückt

In der Folge steigerte sich ihr Pillenkonsum rasant. „Ich nahm eine Tablette um die andere und zog an den Wochenenden von einer Disco in die andere.“ Sukzessive vergiftete sie ihren Körper mit den Drogen. Ihre Psyche begann verrückt zu spielen. „Ich bekam riesige Angst, Panikattacken, Albträume und Halluzinationen.“

Nun war sie nicht mehr fähig, zu arbeiten. „Ich brach die Lehre ab.“ Mit 18 wurde Beate schwanger. „Da hörte ich mit allem auf.“ Aber als das Kind ein paar Monate alt war, begann sie wieder auszugehen. „Ich trank wieder Alkohol und konsumierte jetzt neben Ecstasy auch Speed, Kokain und Heroin. Ich nahm alles, was es gab. Die Leute kamen zu mir heim, legten das Zeug auf den Tisch und dann konsumierten wir die Drogen gemeinsam. Am Tag danach ging es mir immer megaschlecht.“ Beate war von kriminellen Leuten umgeben und hielt sich selbst auch nicht mehr an die Gesetze, bestahl Menschen. „Ich kam aus dem Milieu und dem Drogensumpf nicht heraus.“

Ihr Leben war ein Scherbenhaufen. Aber die Wende zum Guten kam. „Eine ehemalige Freundin stand vor meiner Tür. Sie sagte mir, dass sie ihr Leben geändert und zu Gott gefunden hätte. Als sie ging, schenkte sie mir eine Kassette mit christlicher Lobpreis-Musik. Ich habe es mir angehört und fand es schräg.“ Die Freundin kam nun immer häufiger zu Besuch und erzählte von Gott. Das blieb nicht ohne Wirkung auf die rauschgiftabhängige Frau, die nach wie vor ihre Abstürze an den Wochenenden hatte und gesundheitlich schwer angeschlagen war. „In meiner Verzweiflung habe ich zu Gott geschrien und ihn angefleht: ,Lieber Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir, von dem Zeug loszukommen. Ich schaffe es nicht allein.‘“

“Gott war mein Retter in der Not, der mir die Kraft gab, mich von den Drogen zu befreien.”

Beate, Ex-Junkie

Ab da begann sich Gott in ihr Leben zu schleichen. „Es zog mich zum Hauskreis. Dort erfuhr ich, dass Gott mir helfen kann.“ Immer wieder bat Beate jetzt den Allmächtigen um Hilfe und Kraft. Party und Drogen waren an den Wochenenden aber nach wie vor angesagt. „Ich war hin- und hergerissen und kämpfte über Monate mit mir.“ Nach schweren inneren Kämpfen gelang es Beate schließlich, sich von den Drogen zu befreien. „Gott war mein Retter in der Not, der mir die Kraft gab, mein Leben neu auszurichten.“

Ihr Leben wandelte sich von Grund auf. „Es war dunkel und wurde hell.“ Nach ihrem Ausstieg aus den Drogen schloss Beate ihre Lehre ab und absolvierte danach noch eine weitere Ausbildung. Heute hat sie einen Job, der sie erfüllt und zwei Kinder, die ihr Freude machen. „Seit ich mit Gott gehe, habe ich mehr Vertrauen ins Leben. Ich bin selbstbewusster, innerlich ruhiger und seelisch heiler geworden“, sagt die Mietvierzigerin, die zutiefst dankbar ist, dass sie zu Gott und in ihm einen Halt fand. Heute verlässt sie sich voll auf ihn. „Ich gehe mit allen Sorgen zu ihm. Er hilft mir und hat immer eine Lösung.“

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