Grüner Abbiegepfeil für Radfahrer

Vorarlberg / 29.09.2022 • 22:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Durch das Fahren gegen die Einbahn wird der Weg um einiges verkürzt, das ist eine große Erleichterung. Vor allem wenn es zu regnen beginnt, möchten wir den kürzesten Weg haben. Hermann Wohlgenannt (71) aus Dornbirn

Durch das Fahren gegen die Einbahn wird der Weg um einiges verkürzt, das ist eine große Erleichterung. Vor allem wenn es zu regnen beginnt, möchten wir den kürzesten Weg haben. Hermann Wohlgenannt (71) aus Dornbirn

Neue Verkehrsnovelle soll ab Samstag mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger bringen.

Schwarzach Als die 33. STVO-Novelle Anfang Mai mit den ersten Inhalten angekündigt wurde, war nicht alles eitel Wonne. Insbesondere das Novum „Radfahren gegen die Einbahn überall erlaubt“ sorgte für kritische Blicke seitens der Verkehrsexperten, auch in Vorarlberg.

Aus der Novelle gefallen

Wie Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit nun verkündet, bleibt es nun doch nicht bei diesem Vorhaben: „Das Fahren gegen die Einbahn durch Radfahrer ist rausgefallen und somit nicht mehr in der Novelle enthalten“, bestätigte Pfanner gegenüber den VN.

Nichtsdestotrotz gibt es bei einigen wenigen Straßenabschnitten in Vorarlberg die Möglichkeit für Pedalritter, gegen die Einbahn zu radeln. Doch galt hier erst ein entsprechendes Gutachten als Voraussetzung.

Andere Änderungen haben jedoch ab Samstag Gültigkeit. Unter anderem wird der Mindestabstand beim Überholen von Radfahrenden klar definiert und Lkw dürfen im Ortsgebiet nur mehr im Schritttempo rechts abbiegen. Auch für Kinder bringt die StVO-Novelle mehr Sicherheit, wie z. B. die einheitlichen Regeln für die Schulstraße und dass Erwachsene mit dem Fahrrad neben einem radfahrenden Kind fahren dürfen.

Vorrang für Fußgänger

Auf Gehsteigen und Gehwegen haben Fußgänger Vorrang gegenüber Kfz, die etwa aus Garagenausfahrten kommen. In den Gehsteig hineinragende Fahrzeuge sind eine Schikane für alle, die mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind. Muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden, kann das zu gefährlichen Situationen führen.

Mit der StVO-Novelle ist nun klargestellt, dass parkende Fahrzeuge nicht mehr in den Gehsteig hineinragen dürfen. Der Gehsteig darf nur dann für eine kurze Ladetätigkeit genutzt werden, wenn eine Mindestbreite von 1,5 Metern frei bleibt. Zudem sieht die StVO-Reform vor, dass bei Ampelschaltungen auch auf Fußgängerinnen und Fußgänger Rücksicht zu nehmen ist. Vielerorts sind Grünphasen bei Fußgängerampeln zu kurz, vor allem für ältere Menschen. Klarheit schafft die Straßenverkehrsordnung nun auch beim Mindestabstand für das Überholen von Radfahrenden. Außerhalb des Ortsgebiets beträgt dieser mindestens zwei Meter, im Ortsgebiet mindestens 1,5 Meter.

Dieser darf nur unterschritten werden, wenn das Fahrrad mit höchstens 30 km/h überholt wird. Es ist nun für die Gemeinden und Städte einfacher, eine Schulstraße zu verordnen und damit die Sicherheit für die Kinder zu erhöhen. Dabei wird die Straße vor der Schule eine halbe Stunde vor Schulbeginn für den Kfz-Verkehr gesperrt. Es gibt nun einheitliche Regeln für die Schulstraße.

Und in Österreich wird nun eingeführt, was es in den Niederlanden seit 30 Jahren gibt und unter anderem auch in der Schweiz, Belgien, Deutschland und Frankreich: den Grünpfeil. Bei Kreuzungen mit Grünpfeil kann man mit dem Fahrrad auch bei roter Ampel rechts abbiegen, sofern es die Verkehrssituation erlaubt. Noch sind diese Grünpfeile in Vorarlberg nicht installiert. Pfanner: „Es ist wichtig, die konkreten Stellen bei geplanten Umsetzungen von Maßnahmen individuell zu beurteilen.“

Das Fahren gegen die Einbahn bedeutet, dass wir nicht mehr mit der Kirche ums Dorf fahren müssen. Das würde sicher noch mehr Menschen zum Fahrradfahren bewegen. Katalin Vadas-Demjen (38) aus Dornbirn

Das Fahren gegen die Einbahn bedeutet, dass wir nicht mehr mit der Kirche ums Dorf fahren müssen. Das würde sicher noch mehr Menschen zum Fahrradfahren bewegen. Katalin Vadas-Demjen (38) aus Dornbirn

Ich bin für das Fahren gegen die Einbahn. Täglich fahre ich mit dem Rad zur Arbeit, durch solche Novellen werden wir Radfahrer wieder aufs Auto verwiesen. Ich appelliere deshalb an die Politik! Stefan Kaufmann (57) aus Dornbirn

Ich bin für das Fahren gegen die Einbahn. Täglich fahre ich mit dem Rad zur Arbeit, durch solche Novellen werden wir Radfahrer wieder aufs Auto verwiesen. Ich appelliere deshalb an die Politik! Stefan Kaufmann (57) aus Dornbirn

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