Arbeiterkammer stellt Weichen für neue Führungsspitze

Vorarlberg / 30.09.2022 • 19:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
AK-Präsident Hubert Hämmerle zieht sich nach 16 Jahren zurück und will damit „Platz machen für jüngere und dynamische Kräfte“.
AK-Präsident Hubert Hämmerle zieht sich nach 16 Jahren zurück und will damit „Platz machen für jüngere und dynamische Kräfte“.

Hubert Hämmerle zieht sich als Präsident zurück. Bernhard Heinzle soll folgen.

Feldkirch Vorarlbergs AK-Präsident zieht sich nach 16 Jahren zurück und will damit „Platz machen für jüngere und dynamische Kräfte“. Worüber die VN in ihrer Rubrik „Hinter den Kulissen“ bereits mehrfach berichtet haben, wird jetzt in die Tat umgesetzt: Bernhard Heinzle, seit 16 Jahren Geschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wurde von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG.ÖAAB) zum Nachfolger von Hubert Hämmerle als AK-Präsident designiert.

Erfahrener Arbeitnehmervertreter

Bei der Vollversammlung der Vorarlberger Arbeiterkammer (AK) am 3. November soll Heinzle in die neue Funktion gewählt werden. Die Arbeitnehmervertretung zählt hierzulande rund 167.000 Mitglieder und beschäftigt rund 147 Mitarbeiter:innen. Heinzle, Vater zweier Töchter, ist freilich kein Unbekannter: Er gilt als erfahrener Arbeitnehmervertreter, absolvierte die Sozialakademie und trat 2000 als Regionalsekretär in die GPA Vorarlberg ein. Für den bisherigen AK-Vizepräsident stellt der große Vertrauensvorschuss seiner Fraktion eine Verpflichtung dar, „mich mit großer Leidenschaft für die Arbeitnehmerschaft einzusetzen.”

„Handschlagqualität“

Heinzle gilt als „Sozialpartner mit Handschlagqualität“ und konnte sich als Verhandlungsführer bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten im Pflege— und Sozialbereich einen Namen machen. Sein erklärtes Ziel „ist der konsequente weitere Ausbau der AK als führendes Dienstleistungsunternehmen für die Vorarlberger Arbeitnehmer“. Wichtig sei für ihn die gute Zusammenarbeit mit allen Fraktionen in der AK: „Für mich zählt in erster Linie der Einsatz der Kammerrätinnen und Kammerräte für unsere Arbeitnehmer und weniger, welcher politischen Gesinnung er oder sie angehört.”

Große Herausforderungen

Angesichts der großen Herausforderungen der nächsten Jahre ist für ihn eine interessenspolitische Arbeit notwendiger denn je: „Die stark gestiegenen Wohn- und Energiekosten, das immer stärkere Auseinanderdriften der Einkommen und Vermögen sowie die durch die Digitalisierung beschleunigte Transformation der Wirtschaft sind wichtige Zukunftsthemen.“

Hämmerle will mit seinem Rückzug „den Generationenwechsel in der AK vorantreiben und Platz machen für junge und dynamische Kräfte.” Begonnen hat seine Karriere im September 1977 als Mechaniker-Lehrling bei der Höchster Firma Blum. Getreu seinem Wahlspruch „45 Jahre sind genug”, so Hämmerle, wolle er sein Amt nun in jüngere Hände legen. „In den 16 Jahren als AK-Präsident ist es mir gelungen, alle in der AK-Vollversammlung vertretenen Fraktionen so weit zu einen, dass die Vorarlberger Arbeitnehmerinteressensvertretung bei allen wichtigen. Themen mit einer Stimme aufgetreten ist. Interessenspolitik stand bei mir immer klar über der Parteipolitik.“ Herzensangelegenheit des scheidenden Präsidenten war und ist die duale Ausbildung: Sein Rüstzeug in Sachen Lehre holte er sich bei „Lehrlingspapst“ Egon Blum, für den er über Jahre als persönlicher Assistent tätig war. VN-TW

Hubert Hämmerle macht als AK-Präsident Schluss: Mit Bernhard Heinzle (li.) ist der Nachfolger bereits gefunden. Mathis
Hubert Hämmerle macht als AK-Präsident Schluss: Mit Bernhard Heinzle (li.) ist der Nachfolger bereits gefunden. Mathis

Zur Person

Bernhard Heinzle

designierter AK-Präsident von Vorarlberg

Geboren 22. Jänner 1976

Familie zwei Töchter

Wohnort Feldkirch

Beruf Werkzeugmacher

Werdegang Ausbildung zum Werkzeugmacher und Betriebsrat bei König KG in Rankweil, seit 2000 bei der GPA tätig, seit 1999 in AK-Vorarlberg engagiert und seit 2011 AK-Vizepräsident; seit 2015 Fraktionschef Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG.ÖAAB)

Lebensmotto Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr denke ich zu leben.

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