Frau Holles Veto gegen Wanderer

Vorarlberg / 30.09.2022 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Winterzauber statt Wander-Idylle. Jochum
Winterzauber statt Wander-Idylle. Jochum

Viele Schutzhütten im Land mussten die Saison wetterbedingt früher abbrechen.

Schwarzach Normalerweise heißt es: Der April macht, was er will. Heuer trifft das auf den September zu. Der einschlägige Spruch reimt sich zwar nicht, doch er trifft’s. Statt des attraktivsten Wandermonats im Jahr wurde der September zum Zusperrmonat mehrerer Schutzhütten, die gewöhnlich im neunten Monat des Jahres noch zahlreiche Wanderer verköstigen.

Schnee da, Gäste weg

„Zumindest bis zum 3. Oktober hätten die meisten Hütten noch offen gehabt. Wie etwa die Ravensburger, die Freiburger- oder die Kaltenberger Hütte. Aber wenn zu der Zeit schon Schnee fällt und keine Gäste mehr kommen, macht das natürlich keinen Sinn“, berichtet Rainer Schlattinger, Geschäftsführer des Vorarlberger Alpenvereins. Die letzten Wochen vor Betriebsende bedeuten für viele Schutzhütten gewöhnlich einen einträglichen Abschluss der Saison. „Der September ist ja bei entsprechender Witterung ein Traumwandermonat. „Das war er auch bis zur Hälfte. Doch dann schickte Petrus Regen, Schnee und Kälte. Über Nacht war es vorbei mit der Herrlichkeit des Wanderns und Einkehrens in den Hütten. Sehr zum Leidwesen der Hüttenpächter.

Ausharren

Nicht zugesperrt hat derzeit trotz unwirtlicher Bedingungen die Widderstein-Hütte auf knapp 2000 Metern Seehöhe. „Wir bleiben bis 9. Oktober auf alle Fälle offen“, erklärt Pächter Peter Jochum. Er begründet dies unter anderem mit dem Personal. „Ich beschäftige zwei Nepalesen, deren Flug erst später geht. Dann gibt es ja auch noch den Tag der deutschen Einheit. Der ist am kommenden Montag. Wenn das Wetter wieder mitspielt, verirren sich von den 80 Millionen Deutschen vielleicht doch noch ein paar zu uns„, ist Jochum der Humor nicht vergangen.

Wie vor Corona

Insgesamt verlief die Saison für die Hüttenwirte in Vorarlberg zufriedenstellend. „Es war wie 2019, wie vor Corona“, bilanziert Schlattinger, zu dessen Alpenverein acht Hütten gehören. Die Gedanken des Geschäftsführers schweifen schon in Richtung nächste Wandersaison. „Da werden wir uns vor allem in puncto Wasserversorgung und Energieeffizienz etwas überlegen müssen„, wird Schlattinger auch in der kalten Jahreszeit die Beschäftigung nicht ausgehen. VN-hk

„Die Hüttensaison im Sommer fiel insgesamt positiv aus. Es war so gut wie 2019, vor Corona.“

So schön sommerlich war es auf unseren Bergen noch vor wenigen Wochen. VN/Lerch
So schön sommerlich war es auf unseren Bergen noch vor wenigen Wochen. VN/Lerch
Frau Holles Veto gegen Wanderer

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