„Pille danach“ sorgt für Familienstreit

Vorarlberg / 06.10.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte muss 500 Euro Schmerzensgeld an seine Tochter zahlen. EC
Der Angeklagte muss 500 Euro Schmerzensgeld an seine Tochter zahlen. EC

38-Jähriger schlug Tochter gegen die Wand: Gehirn­erschütterung.

Feldkirch Im Sommer kam der 38-jährige Arbeiter mit seinen beiden kleinen Söhnen vom Schwimmen nach Hause. Die Buben waren todmüde. Er brachte sie ins Bett. Anschließend gab es eine Diskussion mit der 15-jährigen Tochter.

Das Mädchen war in einer unangenehmen Situation. Sie hatte am Vortag mit einem jungen Mann Sex und brauchte deshalb dringend die „Pille danach“. In der türkischen Familie sorgte dies für Diskussionen, die 15-Jährige wurde laut, saß offenbar am Boden und heulte laut vor sich hin. Dem Vater ging das auf die Nerven und er wollte, dass die Kleinen nicht wieder wach werden. Er zog seine Tochter unsanft hoch, packte sie kräftig und stieß sie in dem Gerangel gegen die Zimmerwand.

Gehirnerschütterung

Das Mädchen hatte eine Gehirnerschütterung und musste zur Beobachtung ins Spital. Selbst bei nicht allzu hefigen Stößen auf den Kopf könnte es theoretisch zu lebensgefährlichen Hirnblutungen kommen, weshalb das Mädchen drei Tage bleiben musste. „Ich hatte eine Woche lang Kopfschmerzen“, erzählt sie. Dafür will sie 500 Euro Schmerzensgeld. Der Familienvater räumt ein, dass er damals sehr zornig war. „Weil sie so rumgeschrien hat“, verteidigt er sich. Außerdem habe er zur Beruhigung zwei Whisky getrunken und sei deshalb alkoholisiert und unbeherrscht gewesen. Zu der Körperverletzung kommt noch eine versuchte Nötigung, weil der Vater zu dem Teenager sagte: „Geh mir nicht auf die Nerven, komm jetzt mit in den unteren Stock, sonst schlag ich dich!“.

Teilbedingte Geldstrafe

Der bislang unbescholtene Mann weiß um sein Fehlverhalten und entschuldigt sich mehrmals. Er muss 1200 Euro Strafe zahlen, weitere 1200 Euro werden auf Bewährung ausgesprochen. 500 Euro muss er an Schmerzensgeld zahlen. Dazu kommen noch 150 Euro Gerichtskosten, dann ist die Sache allerdings erledigt. Das Urteil ist rechtskräftig. EC

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