Wo das Wahllokal am kürzesten offen hatte und wo am frühesten Schluss war…

Vorarlberg / 09.10.2022 • 12:17 Uhr / 11 Minuten Lesezeit

Aus den Wahllokalen in Vorarlberg: Wahlsplitter aus den 96 Gemeinden des Landes.

Schwarzach So früh hatte nirgendwo in Österreich ein Wahllokal auch wieder geschlossen.

In den beiden Vorarlberger Kleingemeinden Schröcken und Warth am Arlberg mit 154 bzw. 135 Wahlberechtigten war um 10.30 Uhr auch bereits wieder Wahlschluss. Im ersten Wahlgang 2016 hatte sich Van der Bellen in Warth – der Heimatgemeinde der Ski-Olympiasieger Hubert und Johannes Strolz – mit zwei Stimmen begnügen müssen. Im Nachbarort Schröcken war der Zuspruch mit 18 Stimmen etwas größer ausgefallen.

Röns: Die kürzeste Wahlzeit gab es in der Gemeinde Röns (280 Wahlberechtigte) im Bezirk Feldkirch mit zweieinhalb Stunden. Dort wurde um 9.00 Uhr begonnen, um 11.30 Uhr wird zugesperrt. In Vorarlberg werden alle Wahllokale – traditionell und anders als in den anderen Bundesländern – um spätestens 13.00 Uhr schließen.

Marina und Helga brachten Brötchen mit ins Rathaus. <span class="copyright">VN/Fleisch</span>
Marina und Helga brachten Brötchen mit ins Rathaus. VN/Fleisch

Bludenz Mit Brötchen, Mannerschnitten und Getränken wurden am Wahlsonntag die Wahlhelferinnen und Helfer in Bludenz von Marina und Helga versorgt. „Das ist ein kleines Dankeschön für den Einsatz, den die vielen Freiwilligen leisten. Heutzutage ist es nicht mehr selbstverständlich und immerhin sind es doch einige Stunden, die man dafür opfert“, betont Bürgermeister Simon Tschann und bedankte sich auf diesem Weg noch einmal für die Unterstützung. Mit den Worten „Simon for President“ hat übrigens auch der Bludenzer Bürgermeister von einem Wähler eine Stimme erhalten.  

Satteins Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte am Wahlsonntag der frisch gewählte Vizebürgermeister der Gemeinde Satteins, Andreas Dobler. Er vertritt seit vergangenen Samstag Gert Mayer, der das Bürgermeisteramt nach rund zwei Jahren niederlegte. Als Unterstützung war am Sonntag auch die ehemalige Vizebürgermeisterin, Doris Amann, im Wahllokal anwesend und tat noch ein letztes Mal Dienst.

In Frastanz gab es Brot vom Vortag. <span class="copyright">Heilmann</span>
In Frastanz gab es Brot vom Vortag. Heilmann

Frastanz Den sonntäglichen Gang zum Bäcker konnte sich die Wähler in Fellengatter sparen. Zum Wahlgang gab es im Wahllokal Brot und Semmel von der Bäckerei Schnell vom Vortag zum halben Preis. Die Initiative dazu ging von Gregory Knell aus, der unter dem Motto „Brot von gestern soll man nicht vergessen“ die noch gut erhaltenen Backwaren angeboten hat.

 Wahllokal Jesuheim in Lochau mit Wahlhelferinnen Carmen Hammouda, Eyelyn Bernhatd und Petra Böck mit selbstgemalten Bildern der Heimbewohner. <span class="copyright">Picasa</span>
Wahllokal Jesuheim in Lochau mit Wahlhelferinnen Carmen Hammouda, Eyelyn Bernhatd und Petra Böck mit selbstgemalten Bildern der Heimbewohner. Picasa

Lochau Beim Wahllokal Jesuheim wurden die Wahlhelferinnen mit selbstgemalten Bildern der Heimbewohner willkommen geheißen. Viele der älteren Wählerinnen und Wähler waren stolz, wählen zu dürfen und es ist ihnen wichtig die Wahlfreiheit zu nützen. Für eine andere Wählerin war es wichtig, die Stimmabgabe zur Mitentscheidung zu nutzen. „danoch allat nur Schimpfa und unzfrieda si, ischt ou net richtig“. Schön wäre es, wenn auch eine Kandidatin wählbar gewesen wäre.

Wählerin Sabrina in Nenzing hofft auf frischen Wind in der Hofburg. <span class="copyright">Wittwer</span>
Wählerin Sabrina in Nenzing hofft auf frischen Wind in der Hofburg. Wittwer

Nenzing Großeinsatz für Verwaltungsmitarbeiter: Die weitverzweigte Dorfstruktur mit den neun Nenzinger Parzellen bringt auch mit sich, dass bei Wahlen insgesamt acht Wahlkreise eingerichtet werden. Für die Mitarbeiter des Rathauses bedeutet dies „Dienst-Tag“ statt Sonntag. Wählerin Sabrina (Foto) hofft auf frischen Wind in der Hofburg.

Bürgermeister Georg Bucher sah viele ältere Gemeindebürger, die ihre Stimme abgaben. Darunter auch die älteste Bürserin mit 98 Jahren. <span class="copyright">Böcken</span>
Bürgermeister Georg Bucher sah viele ältere Gemeindebürger, die ihre Stimme abgaben. Darunter auch die älteste Bürserin mit 98 Jahren. Böcken

Bürs Über eine gute Wahlbeteiligung, gerade bei den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern konnte sich der Bürser Bürgermeister, Georg Bucher, freuen. „Besonders von den betagteren Bürserinnen und Bürsern haben überraschend viele von ihrem Stimmrecht gebraucht gemacht. Darunter auch die älteste Gemeindebürgerin, die es sich mit 98 Jahren nehmen ließ, ihr Kreuz zu machen“, erzählt Georg Bucher erfreut.

Ludesch Für die Wahl wurde auch eine Kabine für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Ein Wähler, der auf seinen elektrisch betriebenen Rollstuhl angewiesen ist, hatte offensichtlich beim „Betreten“ der Wahlkabine, Bremse mit Gas verwechselt und ist mit der Wahlkabine ein Stück davon gefahren. Es ist nichts passiert, der Zustand der Kabine konnte ohne Probleme wieder hergestellt werden und der Wähler konnte seinen Bundespräsidenten in weiterer Folge ohne Probleme wählen.

Riefensberg In Riefensberg wurde am Sonntag Erntedank gefeiert – so nutzten viele Wähler die Zeit vor oder nach der Kirche, um ihre Stimme abzugeben und sorgten damit für Stoßzeiten. Das Wahlteam wurde in bewährter Weise von der Bürgermeistergattin mit einem selbstgebackenen Kuchen verwöhnt – diesmal war es eine Heidelbeersahnetorte.

Neue Einteilung der Wahlsprengel in Koblach. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Neue Einteilung der Wahlsprengel in Koblach. Stiplovsek

Koblach Aufgrund des Bevölkerungszuwachses wurden in der Gemeinde Koblach nicht nur die Wahlsprengel neu eingeteilt, sondern auch das Wahllokal für den Wahlsprengel 2 von der Mittelschule in den neuen Kindergarten Ried verlegt. Manche liefen aus Gewohnheit zu ihrem einstigen Wahllokal und mussten für eine Stimmabgabe daher einen ungeplanten Umweg auf sich nehmen.

Feldkirch In einem Feldkircher Wahllokal kam frühmorgens jemand bewaffnet durch die Pforten. Aber Entwarnung: Es handelte sich um einen Polizisten im Dienst, der seine Waffe mitführen darf. Nach dem kurzen Besuch ging es für den Gesetzeshüter im Streifenwagen dann auch gleich weiter durch die Stadt.

<p class="caption">In Hittisau wird traditionell vor und nach dem Kirchgang gewählt.</p><p class="caption">

In Hittisau wird traditionell vor und nach dem Kirchgang gewählt.

Hittisau In Hittisau konnten es manche Wähler gar nicht erwarten, ihre Stimme abzugeben und stellten sich schon ab 7.40 vor dem Wahllokal auf. Dieses sperrte aber erst um 8 Uhr auf. Traditionellerweise kombinierten viele den Urnengang mit dem Besuch des Sonntagsgottesdienstes und kamen vor oder nach der Kirche. Viele nutzten auch die Möglichkeit der Stimmabgabe per Wahlkarte.

Langenegg Für Thomas Konrad waren es die ersten Bundespräsidentschaftswahlen, die er als Bürgermeister begleiten durfte. Den Wahlsonntag erlebte er ganz entspannt – alles klappte wie am Schnürchen. Das Wahllokal sperrte bereits um 7.30 Uhr auf – die Wähler kamen über den ganzen Vormittag verteilt, darunter auch einige Erstwähler.

Matthias Luger, Bürgermeister von Stallehr berichtet über eine gute Wahlbeteiligung.
Matthias Luger, Bürgermeister von Stallehr berichtet über eine gute Wahlbeteiligung.

Stallehr Über eine gute Wahlbeteiligung freut sich Bürgermeister Matthias Luger in Stallehr. „Ich habe das Gefühl, dass bei dieser Wahl doch mehr von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben, als bei vergangenen Wahlen“, meint er und freut sich zugleich über einen ruhigen Wahlsonntag.

Lustenau „,Wenn mir die Frau den richtigen Ausweis in die Tasche gegeben hat, dann kann ich mich gleich ausweisen‘, sagt einer, der Anfang 30 ist“, twitterte am Vormittag Gemeinderätin Christine Bösch-Vetter aus dem Wahllokal und schob nach: „Hoffentlich hat sie ihm auch was Leckeres in die Jausenbox gegeben.“ Bürgermeister Kurt Fischer hatte seine zahlreiche Twitter-Followerschaft bereits am Morgen zum Wahlgang aufgerufen mit den Worten: „Uufstau – wählo gau!“

Koblach Aufgrund des Bevölkerungszuwachses wurden in der Gemeinde Koblach nicht nur die Wahlsprengel neu eingeteilt, sondern auch das Wahllokal für den Wahlsprengel 2 von der Mittelschule in den neuen Kindergarten Ried verlegt. Manche liefen aus Gewohnheit zu ihrem einstigen Wahllokal und mussten für eine Stimmabgabe daher einen ungeplanten Umweg auf sich nehmen.

Wolfurt Strikt geachtet wurde in Wolfurt auf das Fotografierverbot in den Wahllokalen. Auch im Wahlsprengel 2, Musikschule, achtete Wahlleiter Herbert Tessadri penibel darauf. Bisher sei das eher locker gehandhabt worden, aber wegen der Anfechtung und Wahlwiederholung bei den letzten Wahlen hielt man sich diesmal strikt an das Verbot. Die Wahl selbst verlief im Sprengellokal Musikschule ohne besondere Vorkommnisse. Wie Bürgermeister Christian Natter kurz nach Schließung der Wahllokale mitteilte, erwarte man für Wolfurt inklusive der Wahlkarten eine Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent.

Bizau Obwohl er nicht in Bizau wahlberechtigt ist, kam Pfarrer Armin Fleisch nach der Messe im Wahllokal vorbei und fragte, ob es noch göttlichen Segen brauche. Die Stimmung im Wahllokal war entspannt, auch der Humor kam nicht zu kurz. So wurden manche Wähler mit Fragen, ob sie den Wahlzettel denn auch unterschrieben oder eine Spende für die Wahlhelfer hineingelegt hätten, aus dem Konzept gebracht.

In Röthis wurde die "Winzerin" präsentiert. <span class="copyright">VN/Witwer</span>
In Röthis wurde die "Winzerin" präsentiert. VN/Witwer

Röthis Nicht etwa die ausschließlich männlichen Kandidaten auf dem Wahlzettel sorgten in Röthis für Gesprächsstoff, sondern eine Dame. Erst am Freitag war vor dem Schlössle nämlich die Holzfigur „Die Winzerin“ der Öffentlichkeit präsentiert worden. Die Zeit vor oder nach dem Wahlgang nutzten daher viele Röthner, um das neue Schmuckstück genauer unter die Lupe zu nehmen.

Au Es herrschte reger Parteienverkehr im Wahllokal. Einzig die Mitglieder des Musikvereins Au fehlten zur Gänze da sich diese auf den Bundeswertungsspielen in Ossiach befanden. Etliche Musikanten hatten aber schon im Vorfeld die Möglichkeit der Briefwahl genutzt und ihren Bundespräsidenten gewählt.

Der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster erzählte, dass einige Jungwähler den eigenen Namen im Feld "Name des freien Wahlwerbers" eingetragen haben. Das Wahlgeheimnis bleibe aber gewahrt.
Der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster erzählte, dass einige Jungwähler den eigenen Namen im Feld "Name des freien Wahlwerbers" eingetragen haben. Das Wahlgeheimnis bleibe aber gewahrt.

Schruns Über einige Jungwählerinnen und -wähler durfte sich am Sonntag auch die Gemeinde Schruns freuen. Diese sorgten beim Auszählen der Stimmen für Schmunzeln, wie Bürgermeister Jürgen Kuster erzählt: „Einige der jungen Wählerinnen und Wähler haben im Feld ‚Name eines freien Wahlwerbers‘, den eigenen Namen eingetragen.“ Dies war wohl dem Aufbau des Stimmzettels geschuldet. „Selbstverständlich gilt das Wahlgeheimnis und es werden keine Namen weitergegeben bzw. die Stimmzettel vernichtet“, betont Jürgen Kuster.

Thüringen In der Gemeinde Thüringen lud am Sonntag der Herbstmarkt zum Stöbern und Verweilen ein. „Da haben sich trotz des eher mäßigen Wetters doch noch einige Besucherinnen und Besucher eingefunden“, teilt Bürgermeister Harald Witwer mit und vermutet, dass der Markt auch ein bisschen von der Präsidentschaftswahl profitiert hat, wenn auch die Wahlbeteiligung nicht so hoch war, wie vielleicht schon bei vergangenen Wahlen.

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