Ausbildungsoffensive für Sozialberufe

Vorarlberg / 10.10.2022 • 19:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auch in der Kinderhilfe mangelt es an ausgebildetem Personal. symbolfoto voki
Auch in der Kinderhilfe mangelt es an ausgebildetem Personal. symbolfoto voki

Pensionierungen verschärfen Personalmangel weiter.

bregenz Die für Kinder- und Jugendhilfe zuständigen Landesrätinnen und Landesräte verlangen vom Bund eine Ausbildungsoffensive für alle Sozialberufe, vor allem für die Kinder- und Jugendhilfe. Es gebe einen massiven Fachkräftemangel, insbesondere in der Sozialpädagogik und verwandten Berufen. Mittlerweile sind alle Bundesländer davon betroffen. Kurz- und mittelfristige Maßnahmen seien notwendig, denn die Situation werde sich in den kommenden Jahren wegen anstehender Pensionierungen verschärfen.

Leistbare Ausbildung

Konkret steht auf der Forderungsliste eine deutliche Erhöhung der Ausbildungsplätze durch den Bund um 30 Prozent für Sozialarbeiter und um 20 Prozent für Sozialpädagogen. Diese Ausbildungsplätze müssten zudem leistbar sein, maximal solle dafür die Studiengebühr eingehoben werden. Für Quereinsteigerinnen und -einsteiger müsse es darüber hinaus existenzsichernde Maßnahmen nach dem Vorbild aus dem Pflegebereich geben, damit sie sich die Ausbildung überhaupt leisten können. Des Weiteren betrachten die politischen Vertreter eine bundesweite, positive Imagekampagne für unerlässlich, um mehr Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung in diesem Bereich zu gewinnen. 

Tagsätze zu niedrig

Landesrätin Katharina Wiesflecker: „Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung volljähriger Angehöriger auf der Flucht sind und nach Österreich kommen, brauchen ein höheres Ausmaß an Betreuung und Unterstützung. Mit den aktuellen Tagsätzen ist dies nach dem aktuellen Stand der Pädagogik nicht möglich. Auch Fachexperten betrachten die Tagsätze als zu niedrig. Mein Appell an den Finanzminister lautet, im Rahmen der Grundversorgung die Tagsätze auf das Niveau der tatsächlichen Kosten anzuheben.“ Einstimmig fordern die Kinder- und Jugendhilfereferenten vor dem Hintergrund der Teuerungswelle zudem die Einführung einer Kindergrundsicherung.

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