Naturkindergarten bekommt neues Haus

Vorarlberg / 10.10.2022 • 17:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das ursprüngliche Gebäude sollte nur eine Zwischenlösung sein, hält aber schon 30 Jahre.VN/pes
Das ursprüngliche Gebäude sollte nur eine Zwischenlösung sein, hält aber schon 30 Jahre.VN/pes

Der Kindergarten Niederbahn am Hermann-Gmeiner-Park wird neu gebaut.

Dornbirn Die Stadt Dornbirn wird den Kindergarten Niederbahn neben dem Hermann-Gmeiner-Park neu bauen. Im kommenden Jahr soll ein neues Gebäude für vier Kindergartengruppen entstehen, das beschloss am Donnerstagabend die Stadtvertretung. Neos und Grüne hätten sich beim Beschluss zum Bau des Außenbereichs gerne mehr Zeit gelassen, um die Kosten von 600.000 Euro genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit einem entsprechenden Antrag scheiterten sie jedoch. Letztlich fiel der Baubeschluss einstimmig.

Fertigstellung schon in einem Jahr

„Es ist ein Projekt, über das wir uns alle freuen“, sagte Umweltstadträtin Juliane Alton (Grüne), „aber die Kosten für den Außenbereich erscheinen uns sehr hoch.“ Die angedachten 600.000 Euro seien allerdings nur ein Kostenrahmen, erklärte Hochbaustadtrat Christoph Waibel (FP) „reduzieren kann man immer noch“, wie er angab. Insgesamt soll der Neubau des Kindergartens 2,6 Millionen Euro kosten.

Der Kindergarten Niederbahn ist ein Naturkindergarten, dessen pädagogisches Konzept viel Zeit im Freien für die Kinder vorsieht. Einiges, was ein übliches Kindergartengebäude vorhalten muss, wird hier im Außenbereich angelegt. Die Bauarbeiten sind zwischen April und August im kommenden Jahr geplant. Im September 2023 soll der neue Kindergarten zur Verfügung stehen.

Ursprünglich ein Provisorium

Das bisherige Gebäude wurde im Jahr 1991, damals als Zwischenlösung konzipiert, in der Niederbahn aufgestellt. Im Umfeld eines weitläufigen Naturparks sei der Kindergarten sehr beliebt und wurde als „Naturkindergarten“ geführt. Die steigenden Kinderzahlen im Umfeld, vor allem aber auch der Bedarf an ganztägigen Betreuungsangeboten, machen eine Erweiterung notwendig, die mit dem bestehenden Gebäude allerdings nicht mehr machbar war, wie die Stadt vermeldet. „Insgesamt werden wir im neuen Kindergarten Platz für vier Gruppen und damit 92 Betreuungsplätzen schaffen. Die naturnahe Gestaltung des Parks wird neben dem Kindergarten auch den Familien aus der Nachbarschaft zur Verfügung stehen“, erläutert Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Der Außenraum erhält damit eine besondere räumlich-pädagogische Bedeutung.

Sparsamer Holzbau

Auf dieses Konzept sind auch die Architektur, die Konstruktionsweise und die Materialisierung des neuen Gebäudes ausgerichtet, das aus heimischem Holz gebaut werden soll. Der Kindergarten wird als eingeschossiger Pavillon errichtet, jeder Gruppenraum werde einen direkten Zugang in den Park erhalten. Das Holz stammt aus dem Forstbetrieb der Stadt. Holzquerschnitte und Schalungen seien so gewählt, dass alle Bestandteile des Baumstamms verwendet werden können. Die Gründung des Bauwerkes über Punktfundamente soll Bodenversiegelung und Erdbewegungen ausschließen und erlaube eine kurze Bauzeit. Die thermische Qualität der Gebäudehülle ermögliche einen sparsamen Heizbetrieb über eine Luft-Wärmepumpe. Eine Photovoltaikanlage sorgt für Strom.

Außen drei Zonen

Die Außenfläche umfasst drei Zonen. Erstens einen eingezäunten Kernspielbereich, entsprechende Vorplätze sowie eine Sand-Wasserspielzone im südlichen Bereich des Kindergartens. Der Aktionsraum des Naturkindergartens erstreckt sich über die gesamte Fläche. Ein Holzsteg erschließt den Bereich zwischen dem Kindergarten und den Naturspielzonen.

Die zweite Zone dient der Raum- und Selbsterfahrung der Kinder. Zur besseren räumlichen Strukturierung sind mehrere Sträucher geplant. Zwei Niedrigseilgärten neben dem öffentlichen Spazierweg markieren die dritte Zone. Das Freiraumangebot für den Naturkindergarten im Hermann-Gmeiner-Park steht auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. VN-pes

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