In Lustenau geht’s richtig rund

Vorarlberg / 11.10.2022 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Engel-Kreisverkehr in Lustenau soll für die schwächsten Verkehrsteilnehmer sicherer werden. Täglich fahren dort bis zu 40.000 Kraftfahrzeuge.VN/STEURER
Der Engel-Kreisverkehr in Lustenau soll für die schwächsten Verkehrsteilnehmer sicherer werden. Täglich fahren dort bis zu 40.000 Kraftfahrzeuge.VN/STEURER

Engelkreisverkehr soll für Radler und Fußgänger sicherer werden. Es wird fest gebaut.

LUSTENAU Ein Radfahrer sticht nicht ungefährlich auf die Fahrbahn, vor ihm ein Lkw, hinter ihm ein Lkw. Kurz darauf quert eine Schülerin mit ihrem Scooter den einen Zebrastreifen und verschwindet beim zweiten hinter einem Ungetüm von Schwerfahrzeug. Die Uhr zeigt halb zwölf am Engelkreisverkehr in Lustenau. Der Lärm ist zeitweise so ohrenbetäubend wie die Frequenz auf der Fahrbahn dicht. Auf der Verkehrsinsel wird gebaut. Auf der nahegelegenen Tankstelle beobachten Bürgermeister Kurt Fischer und sein Verkehrsreferent Mathias Blaser das Geschehen.

Todesopfer

Fischer schüttelt den Kopf. „Es ist einfach nur unglaublich, was sich hier mit dem Verkehr tagtäglich abspielt. Und dann musst du für Tempo 40 an solchen Hotspots kämpfen“, schreit Fischer im Kampf um die akustische Oberhohheit gegenüber den dröhnenden Brumis. Der Engelkreisverkehr in Lustenau hat schon viel Blutzoll gefordert. Jüngstes Opfer am 14. September diesen Jahres: eine 86-jährige Frau, die beim Fußbgängerübergang Ausfahrt L 203 Richtung Grenze von einem Lkw überfahren und tödlich verletzt wurde. Am 4. Mai 2020 erlitt das selbe Schicksal ein Passant. Auch er wurde von einem Schwerfahrzeug überrollt. „Und dann fällt mir noch ein Mädchen ein, das hier überfahren wurde und seitdem schwer behindert ist“, sagt der Bürgermeister.

Bis zu 40.000 Fahrzeuge

Knapp 40.000 Kraftfahrzeuge frequentieren an Werktagen den Engelkreisverkehr. „Allein 12 bis 13.000 von diesen fahren entweder zur Grenze oder sie kommen von dort“, ergänzt Mathias Blaser.Die Bauarbeiten haben ein Ziel: Sie sollen den schwächsten Verkehrsteilnehmern besser schützen. Daher werden die Geh-und Radwege jetzt baulich von der Fahrbahn getrennt. Auf der Verkehrsinsel selbst wird eine Regenwasser-Vorreinigungsanlage eingebaut. „Das hilft zum Beispiel bei Ölaustritten. Auch wird die Insel zur Retentionsfläche, wenn bei Starkregen die Kanäle nicht mehr alles Wasser aufnehmen können“, beschreibt Blaser die Vorzüge des Bauwerks, wenn es dann fertig ist.

800.000 Euro Kosten

Das soll frühestens im heurigen November der Fall sein, auf alle Fälle noch im alten Jahr. Die Bauarbeiten werden dabei mehrere abschnittsweise Nachtsperren des Kreisverkehrs notwendig machen.

Insgesamt kostet das Projekt Engelkreisverkehr Lustenau 800.000 Euro.

„12 – bis 13.000 Kfz fahren hier entweder zur Grenze oder kommen von dort.“

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