Die Familie stand im Mittelpunkt

Vorarlberg / 12.10.2022 • 17:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf Alt-Landesrat Günter Vetter gehen wichtige Initiativen zurück.
Auf Alt-Landesrat Günter Vetter gehen wichtige Initiativen zurück.

Alt-Landesrat Kommerzialrat Günter Vetter mit 86 Jahren verstorben.

DORNBIRN Am 6. Oktober 2022 ist Alt-Landesrat Kommerzialrat Günter Vetter im Kreise seiner Familie mit 86 Jahren friedlich eingeschlafen. Günter Vetter war von 1984 bis 1989 Mitglied der Vorarlberger Landesregierung. Dabei hatte er die wichtigen Ressorts Wirtschaft, Tourismus, Straßenbau, Wasserrecht und Hochbau zu betreuen.

Trotz seiner zahlreichen Funktionen stand für ihn bis zuletzt immer die Familie im Mittelpunkt. Unter Vetters Amtszeit als Landesrat wurden das Vorarlberger Technologie-Transfer-Zentrum und der Vorarlberger Energiesparverein, das heutige Energieinstitut, gegründet und auch das erste Vorarlberger Energiekonzept entwickelt. Ein verkehrspolitischer Höhepunkt während seiner Amtszeit war die Einführung des „Vorarlberger Halbpreis-Pass“ und der Wälderbus-Ausflugskarte. Vetter war es auch, der die erfolgreiche Förderung von Investitionen privater Betriebe in die Luftreinhaltung initiierte.

Günter Vetter wurde am 4. Juli 1936 in Dornbirn geboren, besuchte die Volksschule, die Handelsschule in Lustenau und absolvierte eine Lehre als Steinmetz im elterlichen Betrieb. Im Jahre 1955 legte er die Gesellenprüfung ab und ging später an die dreisemestrige Bundesfachschule für Steintechnik in Salzburg. Nach der Ablegung der Steinmetzmeisterprüfung 1960 übernahm er 1962 den Steinmetzbetrieb Stein Vetter GmbH und führte das Unternehmen bis 1997. Damals gab Günter Vetter die Geschäftsführung des eigenen Steinmetzbetriebs an seinen langjährigen Mitarbeiter Bertram Lenz ab und 2008 endete auch seine Tätigkeit als Gerichtssachverständiger.

Im Jahre 1991 wurde Günter Vetter der Berufstitel Kommerzialrat verliehen und 1992 erhielt er von der Bundesinnung der Steinmetze das Goldene Ehrenzeichen. Er war von 1968 bis 1993 Landes-Innungsmeister der Steinmetze und von 1975 bis 1980 Stellvertreter des Bundesinnungsmeisters.

Seine politische Laufbahn hatte Günter Vetter bereits 1965 begonnen, als er für die ÖVP zum Ersatzmitglied in die Dornbirner Stadtvertretung gewählt wurde. 1972 wurde er Mitglied der Stadtvertretung in Dornbirn.

Er hatte zudem zahlreiche Funktionen inne, so beispielsweise als Obmann der Sektion Gewerbe in der damaligen Vorarlberger Handelskammer, Aufsichtsratsmitglied der Dornbirner Messegesellschaft und der Arlberg Straßentunnel AG, Obmann des Dornbirner Handels- und Gewerbevereins und Obmann-Stellvertreter der Vorarlberger Gebietskrankenkasse. In seinem letzten persönlichen Gespräch mit mir im Mai 2014 führte er u. a. aus: „Es ist ein großes Glück im Leben, wenn so wie bei uns in der Familie der Zusammenhalt gegeben ist. Die Familie ist für mich das Wichtigste“.

Und weiter: „Im Rückblick war es für mich ein positiver Höhepunkt in meiner politischen Tätigkeit, dass ich in vielen Gesprächen mit dem damaligen Bautenminister Heinrich Übleis (SPÖ) die Erteilung von Aufträgen des Bundes in Höhe von vielen Millionen Schilling an Vorarlberger Unternehmen erreichen konnte, obwohl diese oft nicht Billigstbieter waren. Dadurch konnten viele Arbeitsplätze im Land gesichert werden.“

Zu seinen ehemaligen Politikerkollegen unterhielt Günter Vetter kaum noch Kontakte. Denn: „Ich halte es für völlig verkehrt, den heutigen Politikern Ratschläge geben zu wollen“, meinte er abschließend.

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