Historische Schifffahrt hat ein Herz für Kunst

Vorarlberg / 13.10.2022 • 18:07 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein ungewohntes Bild: die Kapitäne Robert Kössler und Fritz Köchle (l.) in Zivil mit ihrem Ex-Kollegen Adi Konstatzky (r.) bei der Präsentation des Kunstwerks.

Ein ungewohntes Bild: die Kapitäne Robert Kössler und Fritz Köchle (l.) in Zivil mit ihrem Ex-Kollegen Adi Konstatzky (r.) bei der Präsentation des Kunstwerks.

Walter Kölbl präsentierte spektakuläres Projekt in Hard, dann ging es auf den See ins Café de Paris.

Hard Dreifach Grund zum Feiern hatte die Historische Schifffahrt dieser Tage, galt es doch Bilanz über einen sehr erfolgreichen Sommer zu ziehen, gleichzeitig ein spektakuläres Kunstprojekt des Harder Bildhauers Walter Kölbl zu präsentieren und dann noch inoffiziell den Zuwachs für die nautische Crew zu feiern, hatten doch Luca Gehrmann und Abdul Laila am Vortag mit Erfolg die Prüfung zum Steuermann abgelegt.

„Ein Meilenstein“

„Ein Meilenstein für die Historische Schifffahrt, denn die beiden sind Gewähr dafür, dass wir personell wesentlich besser aufgestellt sind“, freuten sich Robert Kössler und Fritz Köchle, die es genossen, einmal als Passagiere an Bord zu gehen, während Kollege Florian Pausch mit den Neuen auf der Oesterreich das Kommando übernahm. Das ist, so Kössler, auch im Hinblick auf die Zukunft sehr wichtig, denn die beiden erfahrenen Seefahrer nähern sich ihrer Pension – Köchle ist aus dieser sogar zurückgekehrt, weil ihm die Oesterreich ans Herz gewachsen ist. Aber „ewig“ werde er es wohl nicht mehr machen. „Kapitäne findet man nicht einfach so, deshalb bemühen wir uns, engagierte und begeisterte junge Leute auszubilden, damit sie in unsere Fußstapfen treten können“, sieht Kössler auch diesbezüglich seine Aufgabe als Oberkapitän.

Ein echter Blickfang

Kulturelle Akzente zu setzen kommt für die Historische Schifffahrt nicht nur auf dem Bodensee immer wieder zum Tragen – etwa bei den klassischen Festspiel- oder anderen Kunstfahrten – auch an Land wird diesem Aspekt Rechnung getragen. Jetzt etwa mit einem Kunstwerk vor dem Schifffahrtsbüro bei der Harder Kirche: Geschäftsführung und Gesellschafter bewiesen ein Herz für Kunst und werteten damit das Harder Büro mit einem Blickfang auf.

Der Harder Bildhauer Walter Kölbl schuf das Kunstwerk „Fibonacci-Folge“. Der 74-jährige Kölbl hat sein Handwerk gründlich erlernt. Von 1969 bis 1975 studierte er an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien Bildhauerei bei Hans Knesl und Wander Bertoni. Anschließend absolvierte er bis 1980 ein zweites Studium in Metallgestaltung bei Carl Auböck. Seine Ausbildung schloss er mit einem einjährigen Stipendium am österreichischen Kulturinstitut in Rom ab. Er hatte u. a. eine Lehrtätigkeit an der TU Wien und ist seit 1987 freischaffender Bildhauer.

Fibonacci stand Pate

Bei der Präsentation seines spektakulären Werks erläuterte Kölbl den Hintergrund seiner Skulptur: Die Skulptur Fibonacci-Folge ist eine Visualisierung des Zahlenverhältnisses nach Fibonacci. Leonardo da Pisa, genannt Fibonacci, 1170–1240, war der bedeutendste Mathematiker seiner Zeit. Aus seiner Zahlenreihe, der Fibonacci-Folge, lassen sich unter anderem der Goldene Schnitt und die Goldene Spirale ableiten. „In meiner künstlerischen Arbeit bilden unterschiedliche Proportionsverhältnisse die Grundlage des Strukturgerüsts. Goldener Schnitt, Orthogone, Zahlenreihen dienen mir als Werkzeug zur Umsetzung meiner bildnerischen Werke“, so der Künstler.

Bei der Präsentation gaben sich neben Vorstandsmitgliedern – Markus Flatz und Gernot Kulhay – oder Oesterreich-Gesellschaftern – Hans Kremmel und Herbert Blum – auch Künstlerkollege Gottfried Göpf Berchtold sowie Galerist Maximilian Hutz die Ehre. Bei der anschließenden Abendfahrt mit der Oesterreich – Café de Paris – gesellte sich auch Geschäftsführer Benno Gmür zu den Festgästen, die sich von Haubenkoch Heino Huber kulinarisch verwöhnen und vom Duo Minotte mit französischem Flair unterhalten ließen. Das Duo, das aus der französischen Künstlerin und Sängerin Agnes la Minotte und dem slowakischen Gitarristen Marek Valent besteht, versetzt die Zuhörer mit seiner Musik „Paris en Bohème“ in die glorreiche Pariser Atmosphäre des vorigen Jahrhunderts und interpretiert Hits von Edith Piaf, Yves Montant oder Serge Gainsbourg. stp

Maximilian Hutz, Gernot Kulhay und Göpf Berchtold bei der Präsentation.
Maximilian Hutz, Gernot Kulhay und Göpf Berchtold bei der Präsentation.
Auch GF Benno Gmür ließ sich vom Duo Minotte nach Paris entführen.
Auch GF Benno Gmür ließ sich vom Duo Minotte nach Paris entführen.
Einen Tag nach der Prüfung zum Steuermann führten Luca Gehrmann (r.) und Abdul Laila mit Florian Pausch das Kommando.

Einen Tag nach der Prüfung zum Steuermann führten Luca Gehrmann (r.) und Abdul Laila mit Florian Pausch das Kommando.

Markus Flatz (r.) und Walter Kölbl präsentierten den Gästen das Kunstwerk „Fibonacci-Folge“. stp/5
Markus Flatz (r.) und Walter Kölbl präsentierten den Gästen das Kunstwerk „Fibonacci-Folge“. stp/5

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