Wer die Züge in Schuss hält

Vorarlberg / 14.10.2022 • 15:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sheila Huber, Bürokauffrau in der Produktionstechnik, übergibt Klaudius List, Koordinator des Arbeitsteams 1, einen Fertigungsauftrag.
Sheila Huber, Bürokauffrau in der Produktionstechnik, übergibt Klaudius List, Koordinator des Arbeitsteams 1, einen Fertigungsauftrag.

Alles im Blick hat bei Train Tech in Bludenz Sheila Huber.

Bludenz „Train Tech ist einer der größten Arbeitgeber Österreichs“, erzählt Sheila Huber. Das Unternehmen ist Teil des ÖBB-Konzerns mit insgesamt rund 42.000 Mitarbeitern und für die Wartung und Instandhaltung aller Fahrzeuge zuständig.

Die junge Bludenzerin ist am Standort Bludenz seit rund drei Jahren für die Produktionslogistik verantwortlich. „Ich nehme die Aufträge von unseren Partnern entgegen, sorge dafür, dass die notwendigen Ersatzteile vorhanden sind und buche den Arbeitsauftrag ins System ein“, fasst Sheila Huber ihre Aufgaben grob zusammen. Ein gewisses technisches Verständnis beziehungsweise Interesse brauche es im Job. Das habe die gelernte Bürokauffrau, wie sie erzählt: „Ich habe damals bewusst nach einer Lehre Ausschau gehalten, die mit Technik zu tun hat.“

Die neue Werkstatt in Bludenz ist seit 2019 in Betrieb. Langsam habe man sich eingegrooved, wie Fertigungsleiters Michael Fischer erzählt. „Wir sind 365 Tage im Jahr für die Kunden da, mit zwei Teams im Schichtbetrieb“, führt er bei einem Rundgang durch die große Werkshalle aus. Das sei notwendig, um die nötigen Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten während der Stilllage durchbringen zu können. „Das heißt: wir arbeiten dann an den Fahrzeugen, wenn sie gerade nicht im Verkehr eingesetzt werden.“

Wertvolle Systemerhalter

Dass täglich, wenn die Fahrgäste am Bahnsteig stehen, der Zug nach Fahrplan fährt, dafür sind die Mitarbeiter der Werkstätten mitverantwortlich. Daher zählt Train Tech zur kritischen Infrastruktur, wie Michael Fischer ausführt: „Fallen wir aus, steht der Nahverkehr nach zehn Tagen still.“

So waren die Mitarbeiter während des Coronalockdowns besonders gefordert. Auch Sheila Huber. „Gerade in solch kritischen Zeiten müssen alle Zahnräder zusammenspielen. Das war nicht einfach, aber wir konnten die Herausforderungen während der Pandemie gut meistern“, sagt sie.

Gefragte Facharbeiter

In der Dienststelle in Bludenz arbeiten derzeit 29 Mitarbeiter, acht davon im Overhead, also im Büro. „Bei uns arbeiten Mechatroniker, Elektriker, Maschinenbautechniker, Gleisbautechniker und Bürofachangestellte“, erzählt Michael Fischer und räumt ein, dass auch bei Train Tech laufend Facharbeiter gesucht werden. „Die meisten bilden wir selbst aus. Doch frischer Wind von außen tut einem Unternehmen immer gut.“

Die Lehrlinge des Unternehmens werden in der neuen Lehrwerkstätte der ÖBB ausgebildet. Im September sind 30 neue dazugekommen. Fünf davon sind Frauen. „Der Konzern gehört zu den besten Ausbildern in ganz Österreich. Insgesamt bilden wir in 27 verschiedenen Berufen Lehrlinge aus“, erzählt Michael Fischer.

Auch Sheila Huber hat ihre Ausbildung zur Bürokauffrau bei den ÖBB absolviert. „Damals noch in Feldkirch“, wie sie anmerkt. Sie gehörte zu den ersten, die im Rahmen der Ausbildung in andere Unternehmensbereiche schnuppern durften. „Ich war einige Monate hier in Bludenz. Die Arbeit hat mir so gut gefallen, dass ich mich dazu entschieden habe, nach meinem Abschluss hier zu bleiben“, erzählt die junge Bludenzerin. Den Fertigungsleiter freut’s. „Sie ist eine große Bereicherung für uns und wir hoffen, dass wir sie noch lange behalten dürfen.“ vn-sms

Seit 2019 werden in der neuen Halle in der Mokrystraße die Schienenfahrzeuge gewartet und repariert.ÖBB
Seit 2019 werden in der neuen Halle in der Mokrystraße die
Schienenfahrzeuge gewartet und repariert.ÖBB
Michael Fischer, Fertigungsleiter Train Tech in Bludenz.
Michael Fischer, Fertigungsleiter Train Tech in Bludenz.

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